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Mikrofonanwendung: Vortrag & Präsentation

Bei der Wahl des richtigen Mikrofons kommt es auf verschiedene Faktoren an. Selbstverständlich spielt der Einsatzzweck eine große Rolle. Es ist ratsam, sich vor dem Kauf eines Mikrofons über die verschiedenen Arbeitstypen als auch über deren Richtcharakteristiken zu informieren, um sicherzustellen, dass die Art des Mikrofons als auch dessen vorgesehener Einsatzzweck zusammenpassen.

Darüber hinaus sollte abgewogen werden, ob ein kabelgebundenes oder ein drahtloses Mikrofon bevorzugt wird. Falls die Wahl auf ein drahtloses Mikrofon fällt, sollte überlegt werden, ob ein Nackenbügelmikrofon eine Option darstellt. Einige Vor- und Nachteile werden im Folgenden gegenübergestellt und Empfehlungen gegeben, die bei der Auswahl des richtigen Mikrofons für Vorträge und Präsentationen hilfreich sind.

Charakteristik eines Mikrofons für Sprache

Mikrofone mit Nierencharakteristik nehmen vorrangig Schall von vorn auf und blenden Töne von hinten – also aus 180° – aus. Seitliche Schallwellen werden von vorn nach hinten zunehmend abgeschwächt aufgezeichnet. Der entscheidende Vorteil dieser Richtcharakteristik ist, dass diese Mikrofone weniger rückkopplungsanfällig sind wie beispielsweise ein Kugelmikrofon aber dennoch durch den breiten Aufnahmewinkel auf der Vorderseite eine weniger exakte Ausrichtung auf die Schallquelle verzeihen. Daher sind Mikrofone mit Nierencharakteristik häufig die erste Wahl für in der Hand gehaltene Mikrofone in den Bereichen Vortrag, Präsentation und Besucherführung

Wie bereits erwähnt, muss grundlegend die Entscheidung getroffen werden, ob man ein kabelgebundenes oder kabelloses Mikrofon nutzen möchte.

Kabelgebundene Lösung

Im Bereich der kabelgebundenen Lösungen bieten wir die Mikrofone TG V56 und TG V96. Die Mikrofone unserer Touring Gear Serie überzeugen nicht nur durch ihren Klang. Das Kondensatormikrofon TG V56 mit Nierencharakteristik glänzt neben seiner robusten Ausführung auch mit seinem eingebauten Trittschallfilter und weitgehender Unterdrückung von Popp- und Handgeräuschen. 

Das Echtkondensatormikrofon TG V96 überzeugt durch ein offenes, fein gezeichnetes und unaufdringliches Klangbild dank seiner dezenten Höhenanhebung. Das Mikrofon mit Nierencharakteristik ist zudem bedienbar mit jeder Phantomspeisung ab 11 Volt, ohne Einbußen in der Performance.

Kabellose Lösung

Falls ein kabelloses System gesucht wird, dann überzeugen das Drahtlossystem TG 500 mit dem TG 556 Vocal Set, das digitale Drahtlossystem TG 1000 mit TG V96w oder das digitale drahtlose Kommunikationssystem Unite mit dem Handsender Unite TH.

Das TG 556 Vocal Set umfasst einen Single Receiver und einen Handsender mit TG V56 Kondensatorkapsel. Während das Drahtlossystem TG 500 als Einsteigerserie betrachtet werden kann, wird unser digitales Drahtlossystem TG 1000 eher im Profibereich eingesetzt. Das System überzeugt mitunter durch seine flexibel wechselbaren Mikrofonkapseln. 

Dabei eignet sich für Sprachanwendungen insbesondere die Wechselkapsel TG V96w, die eine hohe Rückkopplungsfestigkeit und eine unverfälschte Wiedergabe garantiert.

Als weitere Lösung steht unser digitales, drahtloses Kommunikationssystem Unite zur Verfügung. Der Handsender Unite TH ist optimiert für Sprache. Die Sender gleichen unter anderem unterschiedlich laute Stimmen, wechselnde Sprechabstände und weibliche oder männliche Stimmen aus. Zudem werden störende Hintergrundgeräusche ausgeblendet.

beyerdynamic Blog Mikrofone Unite TH
Unite TH

Wird ein Nackenbügelmikrofon gewählt, ist die Richtwirkung Kugel häufig eine gute Wahl: diese sind in der Regel unauffälliger, rauschärmer, klangneutraler und sind weniger anfällig auf Windgeräusche und Plosivlaute als vergleichbare unidirektionale Varianten. In akustisch anspruchsvoller Umgebung kann aber dennoch ein gerichtetes Mikrofon die bessere Lösung sein.

Das Drahtlossystem TG 500 bietet mit dem TG 534 Headworn Set dafür die beste Kombination. Das Set umfasst neben Einzelempfänger und Taschensender ein Headsetmikrofon TG H34. Mit einer Batterielaufzeit von 10 Stunden, einer Reichweite von bis zu 120 Metern und der Tatsache, dass das System nahezu überall lizenzfrei nutzbar ist, überzeugt das System, ebenso wie das TG 556 Vocal Set, für jegliche Art von Präsentation und Vortrag.

beyerdynamic TG H56
TG H56

Das Nackenbügelmikrofon TG H74 (Superniere), welches über eine extrem gute Anpassbarkeit als auch über ein ausgesprochen unauffälliges Design verfügt, eignet sich ebenfalls für jegliche Bühnenanwendung. Wer ein Nackenbügelmikrofon mit Kugelcharakteristik sucht, für den ist das TG H56 das Richtige für den Einsatz auf der Bühne. Dank der drehbaren Ohrbügel kann es auf beiden Seiten getragen werden und überzeugt zusätzlich durch Wasser- als auch Schweißbeständigkeit.

Praktischer Einsatz des Mikrofons: auf was kommt es an?

Nach dem Kauf ist vor dem praktischen Einsatz des Mikrofons. Im Folgenden möchten wir dir ein paar Tipps zum richtigen Einsatz von Mikrofonen für Präsentationen und Vorträge an die Hand geben. Ein Mikrofon bei einer Rede in der Hand zu halten erfordert keine elektroakustischen Kenntnisse vom Redner oder der Rednerin, einige Details sind bei der Handhabung aber dennoch wichtig:

1. Wie halte ich ein Mikrofon richtig?
beyerdynamic TG 1000 Wie halte ich ein Mikrofon richtig?

Ein Mikrofon für Sprache hat üblicherweise einen Griff, an dem es angefasst werden sollte. Unter dem Drahtgeflecht am vorderen Ende befindet sich die sogenannte Mikrofonkapsel, sie wandelt den akustischen Schall in elektrische Signale um. Damit dies störungsfrei abläuft, darf die Mikrofonkapsel nicht mit der Hand abgedeckt werden. 

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich bei kabelgebundenen Mikrofonen der Stecker, bei Funkmikrofonen häufig die Antenne, welche für die ordnungsgemäße Funktion auch nicht mit der Hand abgedeckt werden sollte. Die ideale Position für die Hand ist also mittig am Griff. Falls ein Nackenbügelmikrofon verwendet wird, sollte dies während des Einsatzes bestenfalls nicht angefasst werden.

Welcher Sprechabstand sollte eingehalten werden? 

Der Abstand zwischen dem Mund als Schallquelle und der Mikrofonkapsel (unter dem Drahtgeflecht) sollte relativ klein sein und dauerhaft bleiben. Schwankungen zwischen Schallquelle und Mikrofonkapsel verursachen starke Lautstärkeunterschiede für die Zuhörer. Bei einer Erhöhung des Abstandes von fünf auf zehn Zentimeter kommt am Mikrofon nur noch die Hälfte (!) des Schalldruckpegels bzw. der Spannung von vorher an. Zudem nimmt das Mikrofon dann verhältnismäßig mehr Umgebungsgeräusche auf, was ebenfalls die Qualität der Übertragung verschlechtert. Wenn das Nutzsignal, in diesem Fall also Sprache, deutlich lauter vom Mikrofon aufgenommen wird als Reflexionen im Raum oder andere Geräuschquellen, kann die Sprachverständlichkeit sehr gut sein. Je geringer dieser Pegelunterschied wird, also beispielsweise bei großem Mikrofonabstand und/oder leisen Sprechern, desto schwieriger wird es, das Gesagte akustisch zu verstehen. Bei Gegebenheiten, bei denen gleichzeitig noch eine Beschallung stattfindet, steigt damit auch die Gefahr der Rückkopplung, wenn versucht wird, den (zu) geringen Pegel mit der Beschallungsanlage auszugleichen.

In diesem Fall sind Nackenbügelmikrofone vorteilhaft: Der Abstand zum Mund wird einmalig eingestellt und verändert sich während der Benutzung nur wenig. In den meisten Fällen ist die Kapselposition in der Nähe des Mundwinkels optimal. Bei dieser Art von Mikrofon hat der Benutzer beide Hände frei zur Verfügung. Die Flexibilität dieses Mikrofons könnte als Nachteil ausgelegt werden, da es nicht mal eben weitergereicht oder weggelegt werden kann, falls gehustet oder geniest wird.

Tipps für den Live-Einsatz

Man erlebt es immer wieder, dass Mikrofone kurz vor Veranstaltungsbeginn oder sogar noch kurz vor einer Rede vor bereits anwesendem Livepublikum nochmal auf ihre Funktion getestet werden. Ins Mikrofon zu pusten oder auf den Korb zu klopfen, um zu überprüfen, ob es funktioniert, nervt das gesamte Publikum! So etwas sollte – wenn überhaupt – vor dem Einlass der Zuhörer getestet werden.

Ein Ring an einem Finger der mikrofontragenden Hand kann bei Berührung des Mikrofonschaftes seltsame Nebengeräusche erzeugen, auch dies sollte vor der Veranstaltung getestet werden. Um Rückkopplungen zu vermeiden, sollte der Bereich vor den Lautsprechern für die Person mit dem Mikrofon tabu sein.

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