Behind the Decks mit DJ Cash Only

Lesezeit 6 min

BEHIND THE DECKS: MIT DJ CASH ONLY

House Music lebt von klaren Identitäten — und wenige verkörpern das besser als DJ Cash Only. Als UKbasierter DJ und Produzent bewegt er sich souverän durch das HouseSpektrum und formt seine Sets mit bassgetriebenen Grooves und Inspiration aus dem Genre UK-Garage. In unserer Interview-Serie Behind the Decks spricht er über seinen Weg, seine Wurzeln und den Sound, der ihn heute prägt. 

Im Interview: DJ Cash Only

INHALTSVERZEICHNIS

Über DJ Cash Only 

beyerdynamic Blog: Wie bist du DJ geworden, und welcher Moment hat deine Entscheidung besonders beeinflusst? 

DJ Cash Only: Die Sounds der späten Neunziger in London mit dem Aufkommen von Jungle und UKGarage haben mich inspiriert, DJ zu werden. Ich war jedes Wochenende in Plattenläden, habe Flyer gesammelt und Vinyl gekauft – ich war völlig besessen davon, Teil dieser Bewegung zu sein. 

beyerdynamic Blog: Das klingt wirklich sehr passioniert. Gibt es einen Sound, der deine musikalische Identität bis heute prägt? 

DJ Cash Only: Mit Sicherheit. Ich werde UK-Garage immer lieben – aber nicht das, was heute produziert wird. Mich begeistert eher der ursprüngliche Underground Sound, geprägt von Pionieren wie Tuff Jam, Jason Kaye und anderen, die beschleunigte USHouseTracks als Inspiration nutzten, um eine völlig neue Szene zu erschaffen, die London zwischen 1996 und etwa 2000 fest im Griff hatte. 

DJ CASH ONLY


Quick Fire Section

Opening Lieblingstrack: „The Cure and the Cause (Atmos Blaq Remix)“
Go-to-Track für den Peak: „Notion – The Days“ oder „Tim Reaper – Pull Up (ODF Remix)“
Kopfhörer: On-Ear oder Over-Ear? On-Ear – und niemals In-Ear
Analog oder Digital? Digital
Traum back-to-back Partner: Interplanetary Criminal
Drei Wörter, die dich als DJ beschreiben: Divers, Energie, Selector

DJ CASH ONLY


Quick Fire Section

Opening Lieblingstrack: „The Cure and the Cause (Atmos Blaq Remix)“

Go-to-Track für den Peak: „Notion – The Days“ oder „Tim Reaper – Pull Up (ODF Remix)“

Kopfhörer: On-Ear oder Over-Ear? On-Ear – und niemals In-Ear

Analog oder Digital? Digital

Traum back-to-back Partner: Interplanetary Criminal

Drei Wörter, die dich als DJ beschreiben: Divers, Energie, Selector

Musikalische Identität

beyerdynamic Blog: Wie würdest du deinen Sound beschreiben? Was macht ihn einzigartig? 

DJ Cash Only: Seit meiner Rückkehr ins Studio habe ich viele Stile ausprobiert – von Afro House bis TechHouse – was meine Hörer sicher verwirrt hat. 2026 habe ich nun einen Sound gefunden, der mich wirklich repräsentiert. Ich würde ihn als House Music beschreiben, stark geprägt durch Garage und JungleBasslines und groovige Drums. 

beyerdynamic Blog: Spannend, welche Genres dich aktuell am meisten inspirieren und deinen Sound charakterisieren. Möchtest du uns auch mitteilen, welche Artists dich in diesem Zusammenhang aktuell am meisten prägen?  

DJ Cash Only: Ich finde Künstler wie Gorgon City sehr cool und liebe, was Interplanetary Criminal für den neuen GarageSound getan hat.

Club vs. Studio: vom Workflow bis zum Dancefloor

beyerdynamic Blog: Wie sieht dein Workflow im Studio aus, und worauf fokussierst du dich? 

DJ Cash Only: Die meisten Releases dieses Jahres entstehen gemeinsam mit meinem Studiopartner Syncia. Wir lassen uns von Musik inspirieren, die wir täglich hören, und nehmen Elemente daraus als Grundlage für neue Ideen. 

DJ 300 PRO X CLUB | beyerdynamic
DJ 300 PRO X CLUB

beyerdynamic Blog: Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang gute Kopfhörer für dich? 

DJ Cash Only: Sie sind extrem wichtig. Ich habe viele Marken ausprobiert, aber ich brauche etwas lautes, robustes und mit guter Soundqualität. Die beyerdynamic DJKopfhörer erfüllen das für meinen Zweck perfekt.

beyerdynamic Blog: Wie bringst du die Ideen aus dem Studio authentisch auf die Tanzfläche?

DJ Cash Only: Das ist tatsächlich ganz einfach. Ich tanze im Studio oft herum, um mir vorzustellen, wie sich ein Track im Club anfühlen wird. Dann heißt es testen und beobachten, ob er funktioniert.

Equipment: Setup und Gear Talk

beyerdynamic Blog: Wie hat sich dein Setup im Laufe der Zeit verändert? 

DJ Cash Only: Ich hatte über zehn Jahre lang eine Pause vom Produzieren, und als ich zurückkam, bin ich von einem analogen Setup komplett auf ein digitales umgestiegen. Mein erstes Setup bestand aus viel externem Equipment, darunter ein Korg MS2000 und mehrere E‑MU‑Synths in einem Rack. Heute habe ich im Grunde nur noch ein Keyboard und Ableton Push und arbeite vollständig digital. Outboard‑Equipment mag cool aussehen, aber die Technologie hat sich so stark weiterentwickelt, dass ich wirklich nicht glaube, dass ich so etwas für meine Arbeit noch brauche.

beyerdynamic Blog: Welche Tools sind in diesem Zusammenhang für dich essenziell? 

DJ Cash Only: Gute Monitore, mein Laptop sowie verschiedene Plugins und Samples. 

Besondere Events

beyerdynamic Blog: Was war dein unvergesslichster Gig und warum? 

DJ Cash Only: Wahrscheinlich mein letzter Auftritt auf dem Glastonbury Festival, bei dem ich am Eröffnungsabend auf der ShangriLa Luna Stage BacktoBack mit Sam Divine gespielt habe. Glastonbury ist natürlich ein ikonischer Ort für jeden DJ/DJane, und Teil des Openings zu sein – mit tausenden Festivalbesucher: innen, die an ihrem ersten Abend voller Energie sind – war einfach unglaublich! 

beyerdynamic Blog: Das klingt super! Erinnerst du dich an das ungewöhnlichste Event, bei dem du je gespielt hast? 

DJ Cash Only: Letztes Jahr habe ich auf dem Wasteland in Amsterdam gespielt – vermutlich eines der größten FetishEvents der Welt. Die Crowd war völlig wild, aber was auf dem Wasteland passiert, bleibt auch im Wasteland!

Tipps und Inspiration

beyerdynamic Blog: Wie hältst du deinen kreativen Flow im DJ-Alltag aufrecht und welche Routinen helfen dir? 

DJ Cash Only: Ich höre ständig die Mixes anderer DJs/DJanes und stöbere durch SpotifyPlaylists, immer auf der Suche nach Tracks, die zu meinen Sets passen. Es gibt kein besseres Gefühl, als einen neuen Track zu entdecken  selbst, wenn er schon seit Jahren draußen ist. Ich finde, House Music ist zeitlos, und nur weil ein Track vielleicht zehn Jahre alt ist und mir vorher entgangen ist, spielt das für mich keine Rolle!

beyerdynamic Blog: Was macht für dich ein gutes DJSet aus – und welche drei konkreten Tipps würdest du angehenden DJs/DJanes eben, um ihr Set spürbar zu verbessern?

 DJ Cash Only: Gute Frage. Aus meiner Erfahrung gibt es drei Faktoren, die ein Set nachhaltig verbessern können – egal ob Anfänger oder Profi:

  1. Verbindung mit der Crowd: Ein gutes DJ-Set beginnt damit, eine echte Verbindung zum Publikum aufzubauen. Besonders in kleineren Räumen ist das oft leichter, da man direkt neben den Raver:innen auf der Tanzfläche steht und gemeinsam Energie aufbaut.
  2. Nutze deine Bühnenpräsenz: Die Präsenz beim Auflegen ist heute wichtiger denn je – vor allem, weil so viele Kameras und Handys mitfilmen. Wie du dich hinter den Decks präsentierst, beeinflusst maßgeblich, wie die Menschen dein Set wahrnehmen.
  3. Sei auf herausfordernde Momente vorbereitet: Habe immer ein paar verlässliche „Getoutofjail“-Tracks parat, falls die Crowd schwerer zu lesen ist als üblich. Gut vorbereitet zu sein, kann hier oft den entscheidenden Unterschied machen. 

 beyerdynamic Blog: Danke für die guten Tipps! Welche Fähigkeiten oder Gewohnheiten unterscheiden DJs und DJanes, die langfristig erfolgreich bleiben, von denen, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden?

DJ Cash Only: Ich finde, dass sich House Music in den letzten 20 Jahren weiterentwickelt hat – und Artists müssen sich mitentwickeln, um relevant zu bleiben. Viele Produzenten sind nur für eine kurze Zeit angesagt, und wenn man nicht mit der Zeit geht, gehört man schnell zu den Dinosauriern. Ein gutes Gespür für die Crowd und ein starkes Talent als Selector schlagen technische Fähigkeiten in meinen Augen fast immer.

Du bist voller Inspiration und möchtest deinen DJ-Kopfhörer DJ 300 PRO X / CLUB mit deinem Motiv individualisieren? Dann schau unbedingt in unserer DJ-MANUFAKTUR vorbei!

Zukunft und Trends

beyerdynamic Blog: Welche technischen Entwicklungen oder Trends beobachtest du aktuell in der DJWelt? 

DJ Cash Only: Ich habe das Gefühl, dass viele DJs/DJanes inzwischen mehr Zeit in Social Media und kreativen Content investieren als tatsächlich im Studio zu arbeiten. Ich erledige den Großteil meiner Musik für das Jahr meist im Winter, wenn es etwas ruhiger wird – denn sobald der Tour-Rhytmus startet, ist es extrem anstrengend und schwierig, die kreative Energie konstant hochzuhalten. 

Natürlich reden gerade alle über KI. Für mich persönlich ist das aber nichts. Sicher gibt es Vorteile, aber ich möchte mich da nicht hineinziehen lassen und Musik weiterhin als etwas Kreatives, Spaßiges und Entspannendes behalten – etwas, das mich vom administrativen Alltag befreit. 

beyerdynamic Blog: Welcher Track beschreibt deinen aktuellen Gemütszustand am besten? 

DJ Cash Only: Der Track, der meinen aktuellen Gemütszustand am besten beschreibt, ist Wrong“ von Marc Gonen. Seit ich ihn in einer Keinemusik Radio Show von Andrea Oliver (ein unglaublich guter DJ) gehört habe, läuft er bei mir in Dauerschleife. Er vereint alles, was ich an House Music liebe – voller Emotionen. 

beyerdynamic Blog: Vielen Dank für das interessante Interview, deine Zeit und deine Antworten!

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In diesem Beitrag erwähnte Produkte:
DJ 300 PRO X | beyerdynamic

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Professioneller 2-in-1 DJ-Kopfhörer

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