BEHIND THE DECKS: MIT HELIOGRAPH
Hier geht es zum Originalinterview auf Englisch.
Frederik und Jens haben sich beim Producer Lab von Smukfest, dem zweitgrößten Musikfestival Dänemarks, kennengelernt. Heute legen sie als DJ-Duo unter dem Namen Heliograph auf. Ihr Sound verbindet perkussiven Afro House mit melodischem Songwriting, inspiriert von Avicii. In dieser Ausgabe von Behind the Decks haben wir mit den beiden darüber gesprochen, wie man sich ein Set aufteilt, wie es ist, vor einem fast leeren Zelt zu spielen – und warum ihre Kopfhörer ihre feste Referenz sind.
Im Interview: Heliograph
INHALTSVERZEICHNIS
Über Heliograph
beyerdynamic Blog: Wie habt ihr konkret zusammengefunden, und wann habt ihr gemerkt, dass Heliograph mehr als ein Nebenprojekt wird?
Heliograph: Wir haben schon immer daran geglaubt, dass Musik Menschen ein bisschen leichter und glücklicher machen kann. Heliograph ist unser Weg, dieses Gefühl zu teilen – mit Momenten, in denen man loslassen, sich verbinden und mit einem Lächeln nach Hause gehen kann.
Kennengelernt haben wir uns beim Producer Lab von Smukfest, als wir beide noch an eigenen Projekten gearbeitet haben. Im Jahr darauf sind die Musik und unsere Freundschaft zu etwas gewachsen, das keiner von uns allein hätte schaffen können.
„Helio“ steht für die Sonne, und ein Heliograph ist ein altes Instrument, mit dem man über reflektiertes Sonnenlicht kommuniziert. Genau das wollen wir mit unserer Musik: Wärme und positive Energie reflektieren.
Als immer mehr Menschen mit der Musik und der Vision dahinter etwas anfangen konnten, wurde Heliograph zu der musikalischen Identität, auf der wir unsere Zukunft aufbauen wollten.
beyerdynamic Blog: Was hat euch zum Afro House gezogen, bevor dieser Sound so verbreitet war wie heute?
Heliograph: Die Kombination aus Rhythmus, Emotion und Atmosphäre. Afro House wirkt energiegeladen, ohne aggressiv zu sein: Die Drums sorgen für Bewegung, die Melodien und Vocals tragen die Emotion. Hier trifft das Songwriting des Pop auf die Energie elektronischer Musik.
Es hat sich auch nie so angefühlt, als würden wir einem Trend folgen – eher so, als hätten wir eine musikalische Sprache entdeckt, die zu den Tracks passt, die wir machen wollten.
Quick Fire Section
Opening Lieblingstrack: Meistens etwas Unveröffentlichtes von uns. Ansonsten HUGEL – „Party Started“.
Go-to-Track für den Peak: Unser „Samba“ – er hat Wiedererkennungswert und sorgt immer sofort für Reaktionen.
Most underrated Track: Einer der unveröffentlichten Tracks oder Remixe auf unseren Laptops.
Kopfhörer: On-Ear oder Over-Ear? On-Ear – die perfekte Balance zwischen Abschirmung und dem Gefühl für die Atmosphäre. Deshalb passt der beyerdynamic DJ 300 PRO X so gut zu uns.
Analog oder Digital? Digital wegen der Flexibilität.
Drei Wörter, die dich als DJ beschreiben: Rhytmisch. Nostalgisch. Emotional.
Quick Fire Section
Opening Lieblingstrack:
Meistens etwas Unveröffentlichtes von uns. Ansonsten HUGEL – „Party Started“.
Go-to-Track für den Peak:
Unser „Samba“ – er hat Wiedererkennungswert und sorgt immer sofort für Reaktionen.
Most underrated Track:
Einer der unveröffentlichten Tracks oder Remixe auf unseren Laptops.
Kopfhörer: On-Ear oder Over-Ear?
On-Ear – die perfekte Balance zwischen Abschirmung und dem Gefühl für die Atmosphäre. Deshalb passt der beyerdynamic DJ 300 PRO X so gut zu uns.
Analog oder Digital?
Digital wegen der Flexibilität.
Drei Wörter, die dich als DJ beschreiben: Rhytmisch. Nostalgisch. Emotional.
Musikalische Identität
beyerdynamic Blog: Wie würdet ihr euren Sound beschreiben? Was macht ihn einzigartig?
Heliograph: Warme, melodische und rhythmusgetriebene elektronische Musik. Die Basis ist perkussiver House, kombiniert mit Elementen aus Melodic House, Indie Dance und Pop.
Jeder Track braucht einen Groove, der dich in Bewegung bringt, und ein emotionales Element, das hängen bleibt – eine Vocal-Line, eine Piano-Akkordfolge oder eine Synth-Melodie.
Am Ende soll unsere Musik beim Sonnenuntergang funktionieren, in einem vollen Club und am nächsten Morgen in den Kopfhörern.
beyerdynamic Blog: Avicii ist eine große Inspiration für euch, euer Sound basiert aber auf Percussion. Wie bringt ihr diese beiden Welten authentisch zusammen?
Heliograph: Avicii hat uns den Mut gegeben, elektronische Musik mit einem echten Song im Kern zu machen. Bei uns treibt der Rhythmus den Track an, während die Melodie die Geschichte erzählt – und jedes Drum-Element, jede Vocal-Spur und jedes Instrument muss der Emotion des Tracks dienen.
beyerdynamic Blog: Wie entscheidet ihr, welcher bestehende Song das Potenzial hat, durch den Heliograph-Filter zu gehen?
Heliograph: Zuerst muss eine emotionale Verbindung da sein. Wir wählen Songs, bei denen die Vocals oder die Melodie schon ein starkes Gefühl erzeugen, wir uns aber eine völlig andere rhythmische Welt drumherum vorstellen können.
Duo-Dynamik: Zu zweit hinter den Decks
beyerdynamic Blog: Wie teilt ihr euch die Kontrolle während eines Sets?
Heliograph: Intuitiv. Nach mehr als 17 Jahren als DJs stellen wir einen Ordner mit Tracks zusammen, die wir lieben, und entscheiden im Moment, wohin das Set geht – je nachdem, welche Crowd vor uns steht. Einer von uns mixt, während der andere die Stimmung im Raum liest, mit Effekten arbeitet oder den nächsten Track sucht.
Wir kommunizieren meistens über Blickkontakt und Körpersprache. Und es braucht Vertrauen, den anderen eine unerwartete Entscheidung treffen zu lassen – und daraus gemeinsam etwas Unvergessliches zu machen.
beyerdynamic Blog: Zu zweit aufzulegen kann also auch enormes Potenzial haben. Was kann ein DJ-Duo, was ein Solo-DJ nicht kann?
Heliograph: Zwei Perspektiven und doppelte Energie.
Einer kann sich auf die Technik konzentrieren, während der andere die Verbindung zum Publikum hält. Außerdem entsteht Spontanität:
Jens spielt vielleicht etwas, das Frederik nie gewählt hätte – und diese Überraschung kann das Set in die beste Richtung lenken. Diese Chemie spürt auch das Publikum.
beyerdynamic Blog: Was habt ihr voneinander gelernt?
Heliograph: Einer von uns achtet auf die Details, der andere vertraut dem Bauchgefühl. Wir haben gelernt, wann man etwas perfektionieren sollte und wann man aufhören muss, zu viel nachzudenken – und dass eine starke Idee noch stärker wird, wenn wir sie beide als unsere eigene empfinden.
Club vs. Studio: Vom Workflow bis zum Dancefloor
beyerdynamic Blog: Wie läuft euer Produktionsprozess ab?
Heliograph: Das ist von Track zu Track unterschiedlich. Manchmal bauen wir alles gemeinsam von Grund auf; manchmal bringt einer von uns eine Demo mit oder ein Vocalist aus dem Ausland schickt uns eine Topline.
Vor allem braucht jeder Track seine eigene Identität. Eine technisch starke Produktion reicht nicht – sie muss einen Moment schaffen, an den man sich erinnert.
beyerdynamic Blog: Welche Rolle spielen dabei gute Kopfhörer in eurem Arbeitsalltag?
Heliograph: Eine riesige. Im Studio zeigen uns Kopfhörer die kleinsten Details im Bassbereich, in Percussion, Vocals und Stereobild – auch wenn wir unterwegs sind. Deshalb lieben wir unsere beyerdynamic Studio-Kopfhörer.
„Hinter den Decks sind Klarheit und Abschirmung alles: In lauten Clubs müssen wir unser Cue-Signal sofort hören. Der DJ 300 PRO X bietet uns genau das und bleibt auch bei langen Sets bequem – die Qualität spürt man im Sound und in den Materialien.“
beyerdynamic Blog: Habt ihr ein Ritual vor einem Gig?
Heliograph: Wir aktualisieren unsere Playlists, planen aber bewusst nicht jeden Übergang – wir bereiten Möglichkeiten vor, keine feste Route.
Bevor wir spielen, checken wir die Lage: Wer kommt? Was hat der DJ vor uns gespielt? Ist der Raum bereit zu tanzen, oder müssen wir die Energie geduldig aufbauen?
Dann lachen wir noch ein bisschen zusammen, testen unsere DJ 300 PRO Kopfhörer und erinnern uns gegenseitig daran, den Moment zu genießen. Die besten Sets entstehen, wenn man gut vorbereitet und trotzdem ganz im Moment ist.
Equipment: Setup und Gear Talk
beyerdynamic Blog: Wie hat sich euer Setup über die Jahre verändert?
Heliograph: Vor allem, weil sich unsere Anforderungen verändert haben. Unser Setup ist schlanker geworden, damit wir schnell reagieren können und mit der Crowd verbunden bleiben.
Außerdem sind unser Studio- und DJ-Workflow heute eng verknüpft: Wir können unter der Woche einen Edit bauen und ihn ein paar Tage später live testen.
beyerdynamic Blog: Welche Tools sind in diesem Zusammenhang für euch unverzichtbar?
Heliograph: Zuverlässige CDJs und ein Mixer, gut organisierte Musikbibliotheken und Kopfhörer, denen wir voll vertrauen können.
„Clubs und Booth-Monitore wechseln,
aber deine Kopfhörer bleiben deine feste Referenz.“
beyerdynamic Blog: Was müssen demnach zuverlässige DJ-Kopfhörer bieten?
Heliograph: Klaren, kraftvollen Sound in lauter Umgebung, damit wir Kick, Bassline und Timing sofort unterscheiden können. Sehr gute Abschirmung, damit du die Lautstärke nicht aufdrehen musst und deine Ohren nicht ermüden. Und sie müssen bequem und robust sein und sich beim Vorhören mit einem Ohr leicht handhaben lassen. Der DJ 300 PRO X vereint all das.
Gig-Erlebnisse und Stories
beyerdynamic Blog: Was war euer unvergesslichster Gig?
Heliograph: Unser Heliograph-Debüt beim Smukfest. Das Festival hat uns ohnehin schon viel bedeutet – und Heliograph dort zu präsentieren, hat alles real werden lassen.
Zu sehen, wie sich Menschen mit etwas verbinden, das als Idee im Studio begonnen hatte – da haben wir kurz aufgehört, an den nächsten Übergang zu denken, und einfach genossen, wie weit wir gekommen sind.
beyerdynamic Blog: Das klingt wunderbar und was war im Gegenzug das ungewöhnlichste Event, auf dem ihr gespielt habt?
Heliograph: Auf einem Festival letztes Jahr kam kurz vor unserem Set ein Wolkenbruch. Als wir auf die Bühne gingen, standen drei Leute in einem Zelt für 1.500 bis 2.000 Personen. Wir haben gespielt, als wäre das Zelt voll, und alles gegeben. 45 Minuten später war es rappelvoll.
Dieses Set hat uns gezeigt: Jedes Publikum verdient vollen Einsatz, egal wie groß es ist. Wenn du an das glaubst, was du tust, und geduldig bleibst, können unglaubliche Dinge passieren.
beyerdynamic Blog: Wann fühlt sich ein Dancefloor wirklich richtig an?
Heliograph: Wenn die Leute aufhören, nachzudenken, und Teil desselben Moments werden – verbunden mit der Musik und den Menschen um sie herum.
Dafür braucht es keine Tausende von Menschen. Manchmal ist es ein kleiner Raum, der komplett im Groove ist und der Reise vertraut, statt alle dreißig Sekunden einen Drop zu erwarten.
Wenn dieses Vertrauen da ist, kannst du das Publikum an unerwartete Orte mitnehmen. Dann wird Auflegen richtig spannend.
Tipps und Inspiration
beyerdynamic Blog: Was macht ein gutes DJ-Set aus, und welche drei Tipps würdet ihr angehenden DJs geben?
Heliograph: Ein gutes Set hat eine Richtung, Persönlichkeit und Gespür – eine Reise, die ständig auf die Menschen vor dir reagiert.
Unsere drei wichtigsten Tipps:
1. Kenne deine Musik.
Nicht nur den Drop – lerne die Intros, Outros und Breakdowns. Je besser du deine Tracks kennst, desto mehr Freiheit hast du.
2. Schau mehr aufs Publikum als auf den Bildschirm.
Die Waveforms verraten dir nicht, wie die Stimmung im Raum ist.
3. Schaffe Kontraste.
Ein Höhepunkt wirkt nur, wenn du vorher Raum dafür geschaffen hast. Lass die Musik atmen.
beyerdynamic Blog: Welche Entscheidung hat euren Weg am meisten geprägt, und was würdet ihr anders machen?
Heliograph: Uns voll auf den Sound einzulassen, der sich für uns authentisch angefühlt hat – statt auf das, was andere unserer Meinung nach erwartet haben. Seit wir Heliograph als eigenes Universum definiert haben, ist jede Entscheidung klarer geworden.
Wir haben noch viel zu lernen und wollen es uns nie zu bequem machen – unser Anspruch ist, jeden Tag besser zu werden und dabei uns selbst treu zu bleiben.
Rückblickend hätten wir diesem Instinkt früher vertrauen sollen. Echter Fortschritt beginnt, wenn du weißt, wofür du stehen willst – statt auf eine Erlaubnis zu warten.
Zukunft und Trends
beyerdynamic Blog: Welche Entwicklungen in der DJ-Kultur begeistern euch, und welche Trends werden unterschätzt?
Heliograph: Wir lieben es, wie schnell DJs heute neue Produktionen und Edits testen können. Gleichzeitig wird Kuratieren wichtiger denn je: Bei unendlich viel verfügbarer Musik definiert deine Auswahl deine Identität.
Und längere Sets werden unterschätzt. Anders als kurze Social-Media-Clips geben sie DJs die Chance, Vertrauen aufzubauen, unbekannte Musik vorzustellen und eine tiefere emotionale Reise zu schaffen.
beyerdynamic Blog: Welche musikalischen Strömungen klingen für euch nach Zukunft?
Heliograph: Da, wo House, perkussive Grooves, Indie Dance, melodische elektronische Musik und starkes Songwriting aufeinandertreffen. In Zukunft wird es weniger um Genres gehen und mehr darum, dass Artists ihre eigenen Welten erschaffen – mit Musik, die echt wirkt, statt technisch makellos, aber emotional anonym zu sein.
beyerdynamic Blog: Welcher Track beschreibt euren aktuellen State of Mind am besten?
Heliograph: Kein bestimmter Track, sondern die Musik, die wir gerade machen: etwas deeper und mehr vom Indie inspiriert, aber mit der Wärme, dem Rhythmus und der Emotion, die uns ausmachen.
Es fühlt sich immer noch so an, als würden wir gerade erst anfangen – wir veröffentlichen mehr Musik als je zuvor, entwickeln unsere Live-Shows weiter und arbeiten an unserem allerersten Album.
Heliograph hat mit einer einfachen Überzeugung begonnen: dass Musik Menschen zusammenbringen und sie ein bisschen leichter zurücklassen kann. Genau das hat sie für uns getan – und dieses Gefühl wollen wir weitergeben.
beyerdynamic Blog: Danke, Heliograph. für euren Einblick in eure Arbeit als Duo – vom ersten Track im Studio bis auf die Bühne. See you on the dancefloor!
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