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5 Schritte zum eigenen Podcast

Egal ob Technologie, Sport und Ernährung oder Modelleisenbahnen – Podcasts sind ein guter Weg, um seine persönlichen Leidenschaften mit einem gleichgesinnten Publikum zu teilen. Zum einen ist es sehr einfach geworden, einen Podcast online zu verbreiten, zum anderen ist die Produktion so einfach wie selten zuvor. Allerdings sollten einige Grundlagen beachtet werden, um zu garantieren, dass euer Podcast über eine lange Zeit von vielen gehört wird. Wir zeigen euch, wie ihr einsteigt, euren Stil verbessert und nachhaltig interessante Themen hörbar macht.

1. Das Thema

Der Dreh- und Angelpunkt des Podcasts, und der meisten Medien, ist das Thema. Es ist der Grund, weshalb ihr euch die Mühe macht und wieso euch jemand zuhören sollte. Neben grafischem Design, Erstellung der Homepage und Verbesserung der Audioqualität, machen wir uns allerdings zu selten Gedanken darüber, über was genau wir eigentlich reden möchten.

Zunächst solltet ihr euch fragen, was euch überhaupt motiviert, einen Podcast zu starten. Das können verschiedenste Gründe sein wie Hobbies, Popkultur oder Mode, aber auch ernstere Themen wie Politik oder Wissenschaft. Wichtig ist, dass ihr eine starke Meinung vertretet, denn egal, wie viele Menschen ihr letztendlich erreicht, eure Zuhörer erwarten ein gewisses Maß an Einheitlichkeit. Seid ihr nachhaltig auf derselben Wellenlänge mit euren Zuhörern, werden sie zu echten Followern. Des Weiteren solltet ihr beachten, dass euer Thema Raum für stetige Erweiterung und Episoden bietet. Ist euer Format zu eng gefasst, kann es passieren, dass sich die Inhalte erschöpfen. Ein Beispiel wäre ein Podcast-Format, das sich um eine einmalige und zeitlich begrenzte Begebenheit strickt, bspw. der Mauerfall. Obwohl das Thema sehr interessant ist, könnt ihr nur eine bestimmte Anzahl an Folgen liefern, bis alles dazu erzählt ist. Ein Gegenbeispiel wäre der Videospiel- oder Musikmarkt, wo immer neue Produkte eingeführt und thematisiert werden.

CREATOR 24 Bundle (DT 240 PRO und FOX)

2. Die Plattform

Der mediengestalterische Umfang hängt davon ab, welche Plattform ihr für euren Podcast wählt. Möchtet ihr zum Beispiel auf YouTube vertreten sein, ist es Pflicht, zumindest ein Titelbild pro Episode zu gestalten, wenn nicht sogar den ganzen Podcast zu filmen. Hierbei solltet ihr auf jeden Fall abwägen, wie viele Menschen ihr letztendlich erreichen möchtet und wie viel Arbeit und Geld ihr generell investieren wollt. Im Allgemeinen ist es nicht schwer, auf mehreren Plattformen vertreten zu sein. Zum einen, weil es die Reichweite erhöht, zum anderen, weil es eine generelle Verfügbarkeit darstellt. Realisiert wird das im Hintergrund über einen RSS Feed, eine Datei, die ihr bei Webseiten hinterlegt und die für Nutzer als Notification dargestellt wird. Vordergründig werdet ihr aber um Webdesign, Erstellen von Facebook- und Instagram-Accounts sowie das Einpflegen der Daten auf Spotify oder iTunes nicht herumkommen.

3. Das Equipment

Grundausstattung für eine gelungene Aufnahme ist zunächst einmal das Mikrofon. Es ist, nach eurer Stimme, der Ausgangspunkt für den Klang eures Podcasts. Da ein Zuhörer stundenlang euren Ausführungen lauschen soll, ist die Audioqualität ein wichtiges Thema. Klingt die Aufnahme unangenehm „scharf“, enthält Störgeräusche oder rauscht sogar, ist es möglich, dass euer Format überhaupt nicht konsumiert wird, auch wenn euer Inhalt theoretisch interessant ist.

Generell könnt ihr zwischen zwei Mikrofontypen wählen. Kondensatormikrofone lösen sehr hoch auf, machen Feinheiten hörbar und sind sehr empfindlich, weshalb Raumhall und andere Geräusche übertragen werden. Dynamische (Tauchspulen-) Mikrofone sind hingegen weniger empfindlich, klingen etwas wärmer und erfordern etwas weniger Disziplin im Umgang. In einigen Fällen könnt ihr auch euer Smartphone, euren Laptop oder andere Mikrofone nutzen, die bereits in Geräte eingebaut sind. Allerdings verliert ihr hierbei oft die Möglichkeit, die Empfindlichkeit einzustellen oder andere Einstellungen vorzunehmen. Auch die Qualität reicht nicht an ein separates Mikrofon mit Vorverstärker und/oder Audio-Interface heran. Eine Zwischenlösung könnten Headsetmikrofone darstellen, wie sie bspw. in Gaming-Kopfhörern zu finden sind. Allerdings ist der Klang hier oft nur auf Sprache ausgelegt und es kann passieren, dass es euch an Bass fehlt.

Wenn auf das Anschaffen von vielfältigem Equipment wie Mischpult oder Audio-Interface verzichtet werden soll, kannst Du auch auf ein USB-Mikrofon wie das FOX zurückgreifen. Diese Mikrofone verfügen mit USB-Schnittstelle, Kopfhörerausgang und Monitoring-Funktion so gut wie über alles, was auch ein Mischpult bietet.

Der passende Kopfhörer darf natürlich auch nicht fehlen. Speziell für Podcasts wird gerne ein geschlossener Kopfhörer wie der DT 240 PRO oder DT 770 PRO verwendet. Da ihr beim Aufnehmen eventuell Musik und Sounds einspielt oder euer eigenes Sprachsignal abhören wollt, verhindert das geschlossene Kopfhörersystem ein Übersprechen in das Mikrofon. Außerdem kann man für die Podcast-Anwendung generell eine niedrige Impedanz (bspw. 80 Ohm) empfehlen, damit ihr euren Podcast auch auf mobilen Endgeräten aufnehmen und abhören könnt.

CREATOR PRO Podcast Set
CREATOR PRO Bundle (DT 770 PRO und FOX)

4. Aufnahme und Nachbearbeitung

Eine herkömmliche Methode ist die Aufnahme in einer DAW (Digital Audio Workstation). Wir empfehlen euch, hierzu ein separates Tutorial zu lesen, da eine Erklärung hier den Rahmen sprengt. Grob gesagt könnt ihr in so einem Programm Audiosignale von eurem Mikrofon aufnehmen, schneiden, nachbearbeiten und zusammenmischen. Habt ihr eine Audiospur aufgenommen, empfiehlt es sich, das ganze nochmal anzuhören und mit einem EQ den Klang zu optimieren. Seid ihr damit zufrieden, solltet ihr das Signal mit einem Kompressor bearbeiten, um eine einheitliche Lautstärke zu erreichen, und die Datei schließlich exportieren.

Eine andere Möglichkeit der Aufnahme, vor allem, wenn ihr Gäste online zuschalten wollt, sind Aufnahmeprogramme, die eine Skype-Konferenz aufnehmen, oder ihr schaltet euch mit euren Gästen direkt in eine „Aufnahme Session“. Ein Programm, das speziell für diese Anwendung ausgelegt ist, ist Zencastr. Mit dieser Online-Anwendung könnt ihr über euren Browser aufnehmen, Sounds einblenden und die einzelnen Dateien direkt herunterladen, sobald ihr fertig seid. Es ist sogar möglich, alles direkt in der Cloud zusammenzumischen.

5. Social Media und Werbung

Zu guter Letzt sollte euer Podcast mindestens ein oder zwei Social-Kanäle haben, um für eure Zuhörer weitere Infos und Updates zu bieten. Dabei ist es wichtig, dass ihr die Kanäle ständig und nachhaltig betreut, denn ein toter Kanal suggeriert oft, dass ihr euch nicht mehr um Content kümmert. Sucht euch deshalb lieber wenige Plattformen aus, auf denen ihr aber dafür wirklich aktiv seid.

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