beyerdynamic trifft Moop Mama

Die zehnköpfige Urban Brass Band aus München, Moop Mama, ist derzeit mit ihrem Album ICH auf Tour. Zum Tourauftakt in Stuttgart hatten wir die Möglichkeit die beyerdynamic Endorser für ein kurzes Gespräch zu treffen.

beyerdynamic Moop Mama

Im Interview: Moop Mama

Keno Langbein (Rap, Gesang), Lukas Roth (Bassdrum) und Peter Laib (Sousaphon) erzählen, was Moop Mama ausmacht, wie ein Album mit einer zehnköpfigen Band entsteht und auf was man sich bei ihrer aktuellen ICH-Tour freuen kann.  

beyerdynamic: 2019 feiert ihr euer 10-jähriges Bandjubiläum. Auch von beyerdynamic herzlichen Glückwunsch! Euer Bandkonzept, Blasmusik mit Hip Hop zu mischen, ist einzigartig. Wie habt ihr euch in dieser Konstellation zusammengefunden?

Keno: Ausgedacht hat sich das Marcus Kesselbauer, unser Tenorsaxophonist. Er wollte schon immer mal eine Band haben, in der nur Bläser spielen, weil er selbst auch einer ist und vorbeugen wollte, weil viele Popbands die Bläser oft zuhause lassen, weil sie nicht genug Kohle haben. Deshalb gibt es diese Band Konstellation so wie sie ist und dieses Marching Band Konzept. Das Ganze mit Rap zu verbinden war von Anfang an irgendwie der Plan. Es gibt ja auch ein paar andere Bands in anderen Ländern – in Deutschland gab es das vorher so noch nicht.

beyerdynamic: Und glücklicherweise hat das dann ganz gut harmoniert…

Peter: Ja, genau. Wobei, bei der ersten Probe waren noch ein, zwei andere Leute dabei und dann hat man nochmal etwas rumprobiert und ausgetauscht, und so entstand die Stammbesetzung von jetzt.

Keno: Ja und seit knappen 10 Jahren sind wir so jetzt unterwegs.

beyerdynamic: Ihr beschreibt euren Stil als „Urban Brass“. Was kann man sich darunter vorstellen?

Lukas: Brass steht für die Besetzung, viele Blasinstrumente und Schlagzeug. Also keine Gitarren, kein Keyboard, kein E-Bass – nichts Elektrisches. Und Urban steht für alles was aus der städtischen Popkultur kommt, würde ich sagen. Urban ist für mich so ein bisschen der Begriff für die sich schnell weiterentwickelnde aktuelle Musik. Ich finde an Musik interessant, dass es Strömungen gibt, sich jedes Jahr was ändert, dass wenn jemand eine Neuerfindung in der Musik macht, die Leuten gefällt und die funktioniert, sie automatisch von anderen, zumindest in Teilen, adaptiert wird. Ich empfinde das als etwas extrem wertvolles, wenn Musik ein beweglicher Austausch ist, wo man nicht sagen kann, das ist deins, so ist mein Stil, sondern wenn man sagt, diese Elemente entstehen hier, gehen dort hin. Und Popmusik ist ja eigentlich immer so.

Popmusik bedient sich immer der Elemente derer, die gerade ganz vorne am Puls experimentieren und die machen dann meistens Musik, die ein bisschen zu experimentell ist für die breite Masse. Aber alle Elemente daraus, die andere Musiker toll finden, werden in vielleicht wieder kompatiblere Musik integriert. Ich finde den Prozess mega spannend, wie du hörst, und Urban steht für mich genau für das. Und auch Hip-Hop hat seinen Ursprung in der Stadt und alles was dort herum ist, ist schon eine Grundlage für uns.

beyerdynamic: Euer Bandname ist doch recht ungewöhnlich. Wie kam es zu „Moop Mama“, was steckt dahinter?

Peter: Da gibt es mehrere Mythen. Das Moop ist quasi wie in den Comics, wenn jemand irgendwo draufhaut, dann macht es irgendwie Zonk, Bang oder so ähnlich. Und bei einem Blechblasinstrument, wenn jemand reinbläst, kommt Moop raus.

Keno: Also Moop ist einfach der Sound, den ein Blasinstrument macht, den Sound den wir machen. Witzigerweise haben wir auch irgendwann eine Abkürzung gefunden im Urban Dictonary im Internet. Da steht M.O.O.P. für matter out of place. Das ist quasi ein Begriff, der auf Festivals für Müll benutzt wurde. Aber sozusagen die wörtliche Übersetzung „Dinge, die dort sind, wo sie nicht hingehören“ passt auch sehr gut zu uns, weil wir von Anfang an ja auch immer auf der Straße gespielt haben und ungewöhnliche Orte bespielt haben.

Also Moop ist einfach der Sound, den ein Blasinstrument macht, den Sound den wir machen.

 

beyerdynamic: Und das macht ihr ja auch immer noch, an kleinen, ungewöhnlichen Orten spielen für einen kleinen, intimen Kreis.

Keno: Ja, aber mittlerweile ist es etwas aufwändiger geworden für uns, weil wir auch viele richtige Konzerte spielen, da ist es Drumherum nicht mehr so einfach, einfach mal irgendwo in der Fußgängerzone zu stehen. Aber wir haben uns das erhalten, indem wir dann halt Straßentouren machen, oder zur Albumpromo nicht nur zu Radios fahren sondern einfach auch auf der Straße spielen und uns da coole Aktionen ausdenken.

beyerdynamic: Nun seid ihr eine zehnköpfige Band, was bestimmt auch oft zehn Meinungen bedeutet…

Keno: Ja, oft (lacht).

beyerdynamic: Wie kann man sich den künstlerischen Entstehungsprozess von Songs oder einem Album bei euch in der großen Gruppe vorstellen? Erschwerend kommt ja noch dazu, dass ihr in ganz Deutschland verteilt lebt.

Keno: Unsere Logistik ist nach wie vor sehr aufwändig, weil wir eben auch sehr weit auseinanderleben. Aber wir sind eine sehr gewissenhafte Band, die ihre Aufgaben kennt und mittlerweile auch rausgefunden hat, wo die Stärken der Einzelnen liegen, und dann sind so dadurch eigentlich Aufgabenbereiche gewachsen. Also wir machen die wenigstens Aufgaben wirklich alle zusammen. Es gibt halt ganz viele Sachen, wo man sich Bereiche teilt. Also der eine macht eher die Logistik, der andere schreibt die Musik, schreibt die Texte und ja, so fügen wir das dann meistens aus Teilen zusammen.

Lukas: Das ist ein ähnlicher Prozess, wie eben beschrieben. Dass Leute, von Teilen von Ideen inspiriert, weiter machen und es sich dann zusammenfindet. 

Keno: Und so läuft es beim Album auch, weil wir halt gemerkt haben, einen Song von Anfang an zu zehnt zu gestalten, ist eigentlich nahezu unmöglich. Es ist viel besser, wenn man in kleineren Gruppen eine Idee entwickelt und danach fangen wir an das für die Band umzusetzen. Und dann kommt da sozusagen nochmal was oben drauf, ein anderer Vibe, weil die Band und wie sie live spielt, das ist einfach was Ungewöhnliches und auch Unnachahmliches – egal welchen Song wir da kreieren. Auch wenn wir den am Computer erstmal skizzieren, der Song lebt erst dann so richtig, wenn wir ihn als Band spielen.

beyerdynamic: Und dann geht’s zum Einstudieren ins „Trainingslager“?

Keno: Ja, genau, wir treffen uns meistens kompakt zu Probenphasen. Also es gibt bei uns nicht so „Mittwochnachmittag“ treffen wir uns, sondern es ist dann eher so, dass wenn eine Tour ansteht wir zuvor eine Probewoche haben und das Programm erarbeiten und versuchen die Sachen zusammenzulegen.

Peter: Wir nehmen immer eine neue Platte auf und dann spielen wir eine Tour. Aber nachdem wir im Studio waren, setzt sich unser Arranger, der Marcus Kesselbauer, daheim erstmal noch hin und überlegt, wie macht man die Arrangements, dass sie live auch funktionieren. Auf der Platte ist es ja so, dass man was aufnimmt und man passt dann da noch den Bass an oder dort wird die eine Stelle noch etwas dicker gemacht, aber das geht live natürlich nicht. Daher müssen die Arrangements angepasst werden. Wenn die dann fertig geschrieben sind, treffen wir uns zum Proben, probieren es aus, und dann werden die Stücke richtig geprobt. 

Dann gehen wir meistens zuvor noch auf Promotour. Da spielen wir die Stücke schon auswendig, das sind quasi die ersten Versuche. Da merkt man dann auch, was man für die Shows noch ändern muss. Und das ist auch auf der Tour so. Wir haben heute das erste Konzert der Tour in Stuttgart, und es kann gut sein, dass wir heute merken, dass wir für morgen noch eine Kleinigkeit ändern müssen, weil es zum Beispiel an der ein oder anderen Stelle dünn klingt. Oder es kommt vielleicht noch ein anderes Mikro von beyerdynamic zum Einsatz, damit es noch fetter klingt (lacht).

beyerdynamic: Ihr seid mittlerweile ein gern gesehener Festivalakt und spielt auch auf euren eigenen Touren und Konzerten vor immer größerem Publikum. Was spielt ihr lieber: Festivalgig oder eigenes Konzert?

Keno: Es hat beides so seine eigenen Vorzüge. Festivals sind halt doch oft noch viel größer als die Konzerte, die wir sozusagen unter eigenem Namen spielen. Dafür ist bei eigenen Konzerten die Konzentration höher, man kann einfach viel mehr von der Bandbreite zeigen, die man hat. Auf Festivals sind die Leute oft so zu geballert mit Musik, wo man echt von Null auf 100 gehen muss und das machen wir dann auch.

Lukas: Es ist natürlich beides schön. Was ich am aller spannendsten finde ist, Vorgruppe sein zu können. Da hat man die Chance, weil man der Erste auf der Bühne ist, die Konzentration des Publikums zu bekommen. Aber nur wenn man wirklich überzeugt, da das Publikum ja gar nicht wegen uns gekommen ist. Auch ähnlich wie beim Festival, da haben sie sich wenigstens vielleicht wegen uns zu der Bühne bewegt. Und als Vorgruppe kann es auch sein, dass da echt viele stehen, die gar kein Bock haben, dass jetzt noch jemand anderer spielt. Aber diese Situation zu nehmen und zu sagen, jetzt zeigen wir’s, oder jetzt passiert irgendwas – auch die Unsicherheit dabei – find ich sehr reizvoll.

Wir sind eine richtige Liveband, das ist unsere größte Stärke. Und das macht auch Spaß, auf der Bühne stehen, die Leute zum Tanzen zu bringen, sehen wie sie abgehen.

 

beyerdynamic: Ihr seid derzeit erneut auf Tour, habt das vierte Studioalbum im Gepäck, spielt immer mehr Festivals und könnt auch schon auf einige Zusammenarbeiten mit diversen Künstlern zurückblicken. Was wünscht ihr euch denn noch für die musikalische Zunkunft von Moop Mama?

Peter: Am schönsten finde ich generell das „live spielen“, also unsere Live Touren, so wie jetzt auch gerade mit dem ICH Album, denn das ist eigentlich das, was Moop Mama ausmacht. Wir sind eine richtige Liveband, das ist unsere größte Stärke. Und das macht auch Spaß, auf der Bühne stehen, die Leute zum Tanzen zu bringen, sehen wie sie abgehen. Und ich glaube, das ist auch unser Ziel, dass das die nächsten Jahre weiter wächst, so schön natürlich vor allem. Es sind ja jedes Mal ein paar Leute mehr und die Hallen werden immer ein kleines bisschen größer. Unser Ziel ist natürlich auch, dass das Guerillaspielen, irgendwo, auf irgendwelchen Plätzen – unverstärkt – was uns ja schon immer begleitet und womit man uns ja auch verbindet, dass das auch immer noch erhalten bleibt und wir nicht vergessen, wo wir herkommen.

Keno: Ich würde mal sagen die Wünsche gehen einem nie aus, selbst auch, wenn mittlerweile schon viele in Erfüllung gegangen sind. Die Erfahrung habe ich auf jeden Fall gemacht, man hat immer Ziele vor sich, zum Beispiel man will so und so viel Leute bei einem Konzert haben, das wünscht man sich, oder auf dem und dem Festival spielen und kurz bevor oder in dem Moment wo sich dieser Traum erfüllt, hat man schon längst einen nächsten. Es ist irgendwie das coole und auch irgendwie das schlimme am Musikerdasein, dass man halt nie genug hat. Es ist so, der Hunger hört nie auf, der wird nie gestillt. Und das ist natürlich ein Antrieb, aber man muss auch manchmal schauen, dass man sich wieder fokussiert auf das, was man schon hat, und dass man eben auch nicht vergisst, was man da oft schon erreicht hat.

Also wir, wie gesagt, arbeiten ja schon fast 10 Jahre an dem was wir machen und mittlerweile haben wir auch einen tollen Erfolg. Wir haben uns einfach eine sehr sehr treue Fanbase erspielt und das kommt wirklich von ganz unten. Gerade Stuttgart ist ein gutes Beispiel. Der erste Gig den wir hier gespielt haben. Da waren wir beim ersten Konzert und hatten das Gefühl, dass wir auf der Bühne gleich viel Leute wie im Publikum sind. Aber wir haben schon immer diese Moral gehabt, egal was da passiert, wir versuchen die Leute zu überzeugen und geben unser bestes. Und das hat uns jetzt hier hergebracht und wir sind sehr zufrieden.

beyerdynamic: Innerhalb der nächsten zwei Wochen kann man euch in zahlreichen Städten in Deutschland und Österreich live erleben. Was kann man auf dieser Tour von euch erwarten?

Keno: Wir haben natürlich unsere ganzen neuen Songs dabei. Das neue Album ist das Hauptthema der Show. Also unser Konzept hat sich nicht verändert, wir sind einfach die Band die wir sind, aber wir haben natürlich viel hinzugefügt.

Lukas: Jede Tour mit einem neuen Album bringt neue Dinge mit sich. Wir haben neue Songs dabei, ein neues Showkonzept, neue Bühnenelemente, Licht und Ton, teilweise neue Instrumente (neues Percussion). Wir haben neue Klamotten, also es ist vieles neue. Aber natürlich sind auch alte Songs dabei. Viel Neues aber auf Basis von dem, was wir bisher gemacht haben. Eine Stufe weiter nach oben, wir haben versucht noch eine Stufe interessanter zu werden. Wir haben uns wieder viele Gedanken gemacht, viel ausprobiert, wie so ein Abend einen Bogen bekommt. Wir sind jetzt ja noch am Anfang, daher sind wir selber noch sehr gespannt, wie es funktioniert.

Das neue Album ist das Hauptthema der Show. Also unser Konzept hat sich nicht verändert, wir sind einfach die Band die wir sind, aber wir haben natürlich viel hinzugefügt.

 

beyerdynamic: Wir freuen uns auf die Party in Stuttgart und wünschen euch eine erfolgreiche Tour!

Markus Reisinger, FOH von Moop Mama, setzt auf die gute Zusammenarbeit und das gute Mikrofonequipment von beyerdynamic.

Markus: Support ist ein großer Punkt. Man kann euch jederzeit anrufen wenn was ist, kann alles ausprobieren. Auf Tour müssen die Mikrofone einiges aushalten. Es passiert einfach mal, dass Mikros runterfallen, und dann sollten sie eben nicht andauernd kaputt gehen. Dass sie gut klingen ist natürlich auch sehr wichtig, wobei, man kann mit einem Filter alles hindrehen (lacht). Aber wenn ich ein Mikrofon einstecke, und ich mir denke es klingt gut, und das ist bei den Bläsern erst recht so, dann ist das schon sehr viel wert. Wir haben ja einige Tests gemacht mit Mikrofonen anderer Hersteller, und da haben mir die beyerdynamic Mikrofone einfach am besten gefallen.

beyerdynamic: Dann freuen wir uns auf einen tollen Tourauftakt mit tollem Sound!

Markus: Heute Abend wird es laut und fett!

Moop Mama live erleben? Bis 17. Februar 2019 habt ihr noch die Chance den einzigartigen Sound dieser ungewöhnlichen Band zu erleben! Hier geht’s zu den Terminen!

Und immer mit auf Tour sind die folgenden Mikrofone, u.a. von der beyerdynamic Touring Gear Serie:

  • 14 Kanäle TG 1000
  • 4 x Handsender TG 1000 mit V50w Kapsel Vocals
  • 10 x TG 1000 Taschensender 
  • 10 x TG I57 Mikrofon an den Taschensendern
  • 4 x MC 930 als Overheads
  • 6 x TG D35 an den Toms
  • 1 x TG D70 Kick
  • 1 x TG D71 Kick
  • 4 x M 201 an den Snares
  • 4 x TG V50 Vocals
  • 2 x MCE 85 Athmo
beyerdynamic Moop Mama
ICH Tour 2019
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