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beyerdynamic trifft QRIS

QRIS ist DJ bei SDP und Kaas (Die Orsons) und produziert darüber hinaus Musik für erfolgreiche Künstler und Rapper, wie zum Beispiel Xatar, Eno, Weekend, Kaas und die Orsons.

beyerdynamic triff QRIS

Im Interview: QRIS

Der DJ und Producer erzählt uns von seinem Werdegang, wie seine Musikproduktionen entstehen und welche beyerdynamic Kopfhörer er dabei im Einsatz hat.

Bühne oder Studio?

QRIS: Am liebsten im Wechsel

Chaotisch oder Ordentlich?

QRIS: Meistens ordentlich, aber im
kreativen Prozess auch gerne Chaotisch.

Dorf oder Großstadt?

QRIS: Mittelkleingroßstadt

Lautsprecher oder Kopfhörer?

QRIS: Ganz klar Kopfhörer.

beyerdynamicWas bedeutet dir Musik?

QRIS: Mir bedeutet Musik sehr viel und ich denke jedem Menschen bedeutet Musik auf irgendeine Weise etwas. Egal in welcher Lebenslage oder in welcher Stimmung man sich befindet, es gibt immer den persönlichen, passenden Soundtrack dazu. Man verbindet sehr viele Situationen, Momente und Erinnerungen mit bestimmten Songs.Ich persönlich bin eher der „Gute Laune- und Tanzmusik-Typ“, höre aber wirklich alles Mögliche zwischen Rap, Pop, Electro, House, Soul oder Rock.

Musik war für mich immer eine Art Zuflucht bzw. Ausflucht. In meiner Jugend hab ich sehr viel Hiphop und vor allem Deutschrap gehört, was zu dieser Zeit ja noch total unter dem Radar geflogen ist. Da musste man sich schon fast immer erklären, warum man solche Musik hört und nicht Backstreet Boys usw. Das ist heute ja schon zum Glück sehr lange nicht mehr so und Hiphop hat sich krass etabliert. Auch wenn sich mein Geschmack mittlerweile etwas verlagert hat, würde ich trotzdem jedem empfehlen, immer wieder in verschiedene Richtungen reinzuhören. Es gibt wirklich viel geile Musik in allen Richtungen. Vor allem unterwegs und auf Tour hören ich/wir wirklich alles von Dancehall, Hardcore bis Trap und Electro.

beyerdynamicWie bist du zur Musik gekommen?

QRIS: Puh, das ist mittlerweile ganz schön her. Meine ersten Versuche machte ich tatsächlich im Musikunterricht in der siebten Klasse. Wir hatten damals einen technisch fortschrittlichen Lehrer (shoutout an Herrn Krönert), der uns am PC in Logic Fun (heute Logic Pro) die ersten Midi-Noten einklicken ließ. Später habe ich mit meinem guten Kumpel Scripta mal ein paar Rap-Songs aufgenommen und bei unseren ersten Auftritten irgendwie meine Begeisterung fürs Auflegen entdeckt. Dann habe ich mir kurzer Hand meinen ersten Plattenspieler gekauft und angefangen aufzulegen. Einige Partys und Club-Gigs später wollte ich eigene Songs machen und habe so irgendwie mit dem Produzieren angefangen. Was andere von ihrem Ausbildungsgehalt in ihr erstes Auto investiert haben, habe ich damals in mein erstes MacBook investiert. Natürlich völlig ahnungslos von allem begann ich also herumzuexperimentieren.

Ein paar Jahre später bin ich dann nach Stuttgart gezogen und habe durch Zufall meinen mittlerweile sehr guten Kumpel Kaas von den Orsons kennengelernt. Er hat mit mir meine allererste Session gemacht, in der dann auch meine erste richtige Chartplatzierung entstand.

beyerdynamicDu bist einerseits DJ bei SDP und andererseits Producer für die Orsons, Xatar, Kaas und viele weitere Größen der Deutschrap-Szene. Was liebst du an deinem doch eher vielfältigen Job am meisten?

QRIS: Ich liebe die Abwechslung und die Freiheit, das zu tun, was ich gerade möchte. Man kann morgens noch einen harten Trap Beat basteln und abends an einer schönen melancholischen Pop-Skizze arbeiten. Es gibt keine Grenzen, was im Umkehrschluss sehr schwer sein kann. Dadurch muss man sich seinen Alltag und Zeitplan immer gut selbst organisieren und auch ständig seine Arbeit optimieren und seinen Vorstellungen, Wünschen und Zielen anpassen.

beyerdynamic trifft QRIS
QRIS gemeinsam mit SDP auf dem Highfield Festival 2019

beyerdynamicWie sieht dein Arbeitsalltag aus?

QRIS: Aktuell plane ich mir selbst eine Art „Arbeitswoche“ mit Terminen und Aufgaben ein. Hier sind neue Dinge dabei, die ich noch gerne lernen will und auch Zeit für Sport, Familie und Freunde. Meistens stehe ich um acht Uhr auf und lerne eine Stunde lang etwas Neues oder lese. Danach setze ich mich an den Rechner und höre mir an, was ich am Vortag produziert habe. Anschließend checke ich meine E-Mails und Social Media beim Frühstück. Mit einem frischen Kaffee schraube ich dann weiter an Samples, Beats oder Remixen. Nachmittags gestalte ich dann entweder noch Beat-Videos, Cover oder schicke meine Sachen an Künstler oder lade sie im Internet hoch. Das funktioniert alles super solange man nicht auf Tour ist, dort gibt´s nochmal ’ne ganz andere Welt. 

beyerdynamicWo ist dein kreativer Hotspot und wann kommen dir die besten Ideen?

QRIS: In letzter Zeit war es definitiv einfach: mein Schreibtisch in meinem Zuhause. Mit der Muse ist es ungefähr so wie mit guten Ideen, die können oft total unpassend kommen. Bei der Songidee für die Orsons kam die Inspiration tatsächlich auf der Toilette als ich das allzeit bekannte Schild gelesen hatte: „bitte hinterlassen sie die Toilette in dem Zustand, in dem sie sie auch gerne vorfinden möchten“. In diesem Moment dachte ich, dass ich sie dafür ja komplett renovieren müsste, damit sie zu meinem gewünschten Zustand passt. Von diesem Kurzschlussgedanken habe ich dann Kaas erzählt und zack war der Song „Das Klo“ geboren.

Für Xatar haben wir damals ein großes Producercamp in unserem alten Studiokomplex gemacht, in dem wir viele Beats und Ideen gesammelt haben. In einer der langen Nächte ist dann der Song „Schwesterherz“ entstanden, der bis jetzt wohl einer der persönlichsten Songs von Xatar ist.

beyerdynamicWie muss man sich den Entstehungsprozess bei deinen Produktionen vorstellen?

QRIS: Das ist echt total unterschiedlich. Manchmal sitze ich im Zug und finde geile Akkordfolgen oder lege zufällig Effektplugins auf vorhandene Sounds. Ein andermal inspiriert mich zum Beispiel ein Drumloop oder auch nur ein bestimmter Snare-Sound und dann gefällt mir ein gepichter Vocal-Schnipsel. Oft gehe ich aber auch schon mit einer groben Vorstellung, in welche Richtung es gehen soll, an die Arbeit. Also wirklich komplett unterschiedlich und oft auch unberechenbar.

beyerdynamicWelche Eigenschaften sollte ein guter Kopfhörer deiner Meinung nach unbedingt mitbringen?

QRIS: Meiner Meinung nach sollte ein guter Kopfhörer alle Elemente ausgewogen wiedergeben, was in der Produktion und im Song passiert. Ein ehrlicher Kopfhörer ist im Mixing sehr wichtig, aber zum Produzieren darf es auch gerne ein Kopfhörer sein der bestimmte Bereiche mehr anhebt. Das muss man sich zwar im Hinterkopf behalten, aber es macht ein bisschen mehr Spaß beim Produzieren, wenn der Bassbereich gut drückt. Gerade aber beim Musikhören liebe ich es persönlich hier und da immer wieder kleine Akzente zu entdecken und mich in der Klangwelt zu verlieren. 

„EIN EHRLICHER KOPFHÖRER IST IM MIXING SEHR WICHTIG, ABER ZUM PRODUZIEREN DARF ES AUCH GERNE EIN KOPFHÖRER SEIN, DER BESTIMMTE BEREICHE MEHR ANHEBT.“

beyerdynamicIn welchen Situationen bevorzugst du Kopfhörer und wieso?

QRIS: Eigentlich in jeder. Ich mag es sehr mir Kopfhörer aufzusetzen und den Rest um mich herum auszublenden. Das funktioniert vor allem zu Hause, in Zügen und auf Tour sehr gut. Ich habe wirklich 90 % der Zeit Kopfhörer auf, wenn es um Musik geht.

beyerdynamicWelche beyerdynamic-Kopfhörer hast du im Einsatz und für welche Anwendung benötigst du diese jeweils?

QRIS: Wie gesagt mag ich es, abgeschirmt zu sein und deshalb habe ich mir auch irgendwann den DT 1770 PRO gegönnt. Diese sind sehr gut abgeschirmt und klingen wirklich fantastisch. Vor allem hört man dort den Bassbereich, der ja im Hiphop und in elektronischer Musik eine essentielle Rolle spielt, sehr gut und detailliert. Ansonsten habe ich im Studio auch noch zwei Paar von den klassischen DT 770 PRO für Aufnahmen und so weiter. Fürs Mixen unterwegs werde ich mir demnächst wahrscheinlich auch noch den DT 1990 PRO zulegen. 

„(…) DESHALB HABE ICH MIR AUCH IRGENDWANN DIE DT 1770 PRO GEGÖNNT. DIESE SIND SEHR GUT ABGESCHIRMT UND KLINGEN WIRKLICH FANTASTISCH.“

beyerdynamicWie würdest du beyerdynamic in 3 Worten beschreiben?

QRIS:

  1. Brillanter und ehrlicher Sound
  2. Super bequem zu tragen
  3. Mega Kundenservice und Top-Qualität

Ihr möchtet mehr über QRIS erfahren? Dann folgt ihm auf seinen Social-Media-Kanälen und entdecke seine Beats!

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