Lesezeit 5 min

Jeder hört anders – ein ganz persönliches Mosaik

„Was hast du gesagt?“ Eine Frage, die viele Leute kennen. Das mit zunehmendem Alter einige kleine und große Veränderungen anstehen, wissen wir alle. Dazu gehört auch die Veränderung des Hörvermögens. Der Fernseher wird lauter gestellt, Unterhaltungen schwieriger und die Stimme ungewollt lauter. Dazu werden Umgebungsgeräusche, Gespräche, aber auch das Hören von Musik immer mühseliger. Das eigene Hörvermögen kann man sich wie ein Mosaik vorstellen. Mit der Zeit verblassen die einzelnen Mosaiksteine, also Frequenzen, Klangbilder und akustische Details, oder verschwinden ganz. Dieser Prozess ist ganz normal, denn unsere Ohren altern mit – und jedes dabei anders.

beyerdynamic Blue Byrd

Hörverlust im Alter

Bei rund 40 Prozent der über 65-Jährigen liegt eine Altersschwerhörigkeit vor. Genauere Zahlen des Deutschen Schwerhörigenbund e.V. zeigen, dass sich die Rate ab einem Alter von 50 Jahren erhöht. Im Alter von 50 bis 59 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Hörminderung bei 25 Prozent und für ein Alter über 70 Jahre bei 54 Prozent. Bereits ab einer Hörschwelle, das heißt ab welcher Lautstärke man etwas hört, über 20 dB gilt eine geringgradige Schwerhörigkeit. Damit können zum Beispiel das Ticken einer Uhr oder Blätterrauschen akustisch nicht mehr wahrgenommen werden.

Einzigartiges Gehör

Auch in jungen Jahren kommt es immer häufiger zu einer Verschlechterung des Gehörs. Eine Studie aus den USA zeigt eine Steigerung von 30 Prozent bei der Anzahl Jugendlicher mit Schwerhörigkeit. Daneben hört man ganz ohne Beeinträchtigung ebenfalls auf beiden Ohren unterschiedlich. Das liegt zum einen daran, dass unsere Gehirnhälften Laute unterschiedlich aufnehmen, als auch an den individuellen körperlichen Gegebenheiten. Wie ein Fingerabdruck ist auch das Gehör einzigartig.

Die häufigsten Ursachen für eine Hörminderung liegen in altersbedingten Veränderungen des Hörnervs und -zentrums. Neben dem Verlust von Neurotransmittern und Rezeptoren in der zentralen Hörbahn sind vor allem absterbende Zellen schuld an einem Hörverlust. Im Innenohr des Gehörgangs, in der sogenannten Hörschnecke, befinden sich viele kleine Haarzellen. Sie erfassen die unterschiedlichen Frequenzen und leiten sie an das Gehirn weiter. Lärm und laute Geräusche beanspruchen diese Haarzellen, die sich im Laufe der Zeit nicht mehr regenerieren.

Weitere Ursachen für Hörverluste

Im fortgeschrittenen Alter verschlechtert sich die Leistungskraft der Zellen. Vor allem die hohen Töne werden im Alter immer schwerer hörbar. Da jede Schallwelle den Anfang der Hörschnecke passieren muss und genau da die Haarzellen für hohe Frequenzen liegen, werden diese am meisten belastet. 

Zum Vergleich: Ein junger Mensch hört Tonhöhen bis zu 20.000 Hz, ein alter Mensch nur noch bis zu 5.000 Hz. 

Der empfindliche Hörnerv und die Sinneszellen im Innenohr benötigen zudem eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Eine Störung in der Durchblutung und daraus resultierende Unterversorgung kann ebenfalls zu Beeinträchtigungen führen. 

Auch durchlebte Mittel- und Innenohrentzündungen können das Hörorgan langfristig beeinflussen. Weitere Ursachen können neben Lärm und vererbten Veränderungen am Hörsystem auch diverse weitere Erkrankungen, wie Masern, Mumps oder eine Gürtelrose sein, die ebenfalls zu Infektionen im Hörsystem führen können. Auch allgemein schädigende Einflüsse wie Stress, Medikamentenmissbrauch, Alkohol, Rauchen, sowie generell ein ungesunder Lebensstil können eine Hörminderung im Alter begünstigen.

Merkmale einer Hörminderung

Schwerhörigkeit im Alter ist ein schleichender Prozess, der sich langsam bemerkbar macht. Anfangs haben Betroffene Probleme mit dem Sprachverständnis und allgemein hohen Tönen und Stimmen. Es fällt ihnen schwer, Gesprächen zu folgen – besonders in unruhigen Umgebungen. Die Wörter und Sätze kommen verzerrt oder unverständlich an. Häufiges Nachfragen und vermehrte Zurückhaltung können Folgen sein, da sich Betroffene oft gehemmt und ausgeschlossen fühlen. Ein zusätzlich auftretender Tinnitus ist keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass nun die tiefen Hintergrundgeräusche als sehr laut empfunden werden.

Nach und nach erfasst die Hörminderung auch mittlere und tiefe Töne. Bei leisen oder normalen Lautstärken müssen Altersschwerhörige nun oft um Wiederholung bitten oder aber die Quelle, sprich Radio oder TV, entsprechend lauter stellen. Auf der anderen Seite werden laute Töne häufig als auffallend lärmend und störend empfunden. Außerdem, da sie sich selbst immer schlechter hören, erheben Schwerhörige auch häufiger ihre eigene Stimme.

Was kann man dagegen tun?

Jeder Mensch und damit auch jedes Gehör ist anders und wird individuell älter. Es Personen, die mit über 80 noch hervorragend hören können und andere, die schon früh einen Hörverlust erleiden. Daher gibt es keinen ultimativen Präventivplan. 

Auf jeden Fall kann man das Gehör durch eine gesunde Lebensweise, viel Bewegung und Stressvermeidung unterstützen. Damit hilft man dem Herz-Kreislauf-System und dem Blutdruck. Beide versorgen die wichtigen Sinneszellen und Nerven im Ohr. Vermeidet man zusätzlich noch zu lauten Lärm wird es das Gehör einem danken.

Das Gehör – ein ganz persönliches MOSAYC

Wenn das Gehör altert und Töne unterschiedlich gut oder schlecht gehört werden, gilt das auch für die Lieblingsmusik. Das Hören ist bei jedem Menschen etwas ganz Individuelles, denn jedes Ohr hört anders. Kombiniert mit einer Hörminderung wird Musik hören zu einer immer komplexeren Aufgabe.

Um Musik jederzeit auf das eigene Hörvermögen abgestimmt zu erleben, ist unsere MOSAYC Klang-Personalisierung von Mimi Defined™ optimal. Für eine entsprechende Anpassung von Sound und Ton an das eigene Gehör, kann man mit der MIY-App das Musikerlebnis individualisieren.

Die App testet zunächst das eigene Hörvermögen und erstellt so ein persönliches Soundprofil. Die Ergebnisse werden dann auf den mit MOSAYC Klang-Personalisierung kompatiblen Bluetooth®-Kopfhörer übertragen. Frequenzen werden optimiert an die Ohren ausgespielt – so werden Details wieder hörbar, die zuvor verblasst waren.

Aventho wireless | beyerdynamic

Damit das Gehör auch nicht überstrapaziert wird, zeigt die App außerdem die Hörgewohnheiten an und gibt zu erkennen, wann das Gehör eine verdiente Lärmpause nötig hat.

Die MIY-App ermöglicht einen persönlichen und abgestimmten Musikgenuss. Das gilt natürlich sowohl für alte als auch junge Ohren. Mit MOSAYC Klang-Personalisierung ausgestattete Kopfhörer sind zum Beispiel der LAGOON ANC, der Amiron wireless copper und der Aventho wireless. Eine Übersicht aller Kopfhörer findest du hier.

Du interessierst dich für Kopfhörer? Dann könnten diese Artikel auch interessant für dich sein:

War dieser Beitrag hilfreich?

Wie bewertest du diesen Artikel?
Rating: 5.0/5. From 4 votes.
Please wait...