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ESPORT ALS KARRIERE: WIE WERDE ICH PRO-GAMER?

Statt ins Büro zu gehen, den ganzen Tag lang das Lieblingsgame zocken – das ist der Traum vieler, für die Gaming ein Hobby ist. Und die eSport-Szene boomt nicht nur, sondern ist im Mainstream angekommen. Nicht zuletzt dank Streaming ist der Hype um Pro-Gamer so groß wie nie zuvor. Es wurde sogar diskutiert, ob eSport-Kämpfe in 2024 Teil der Olympischen Spiele in Paris sein sollten. Und laut der YouGov-Studie „Gaming and Esports: The Next Generation“ aus dem Jahr 2020 wissen inzwischen ganze 42 % der Deutschen genau, was eSport ist, 7 % interessieren sich aktiv dafür, verfolgen Ligen und schauen sich Game-Streams an. In diesem Blogbeitrag wollen wir einmal aufzeigen, was du brauchst, wenn du dich als Pro-Gamerin oder Pro-Gamer versuchen oder verbessern willst.

Dein Weg zum eSportler

Pro-Gamer und eSportler tun genau das, was der Name verrät: Sie spielen Multiplayer-Games an einem Mobilgerät, an einer Konsole oder am PC. Sie konzentrieren sich dabei in der Regel auf ein bestimmtes Spiel. Dieses Spiel solltest du unbedingt nach deinem Geschmack auswählen. Es gibt Strategiespiele wie „Starcraft 2“, darunter MOBAs (Multiplayer Online Arenas) wie “League of Legends” und “Dota 2”, sowie Ego-Shooter wie „Call of Duty“ oder „Counter Strike“.

Als Anfänger geht es für dich in der Regel damit los, online gegen Einzelspieler zu bestehen und an Turnieren teilzunehmen. Headset auf, Spiel an und los geht’s. Fällst du positiv auf oder bewirbst du dich nach deinen ersten Erfolgen, kannst du Mitglied in einem Profi-Team werden. Und genau das ist dein Ziel auf dem Weg zum Pro-Gamer, denn das Team wird professionell trainiert und nimmt an renommierten Turnieren und Events teil. Es ist übrigens üblich, dass Teams nicht nur gemeinsam trainieren, sondern auch unter einem Dach zusammen wohnen.

Übrigens sollen künftig eSport-Talente auch durch Stipendien unterstützt werden. Das von der Esports Player Foundation (EPF) gemeinsam mit der Deutschen Kreditbank AG (DKB) ins Leben gerufene eSport-Stipendium etwa sieht neben finanzieller Förderung auch Coachings und Beratung vor.

…und dein Weg zum Erfolg: Teams und Ligen

Die wichtigsten Turniere werden von den Publishern der Games organisiert, aber auch Entwicklerunternehmen und sogar Drittanbieter können kleinere Turniere über eine Lizenz veranstalten. Da die E-Games kein einheitlicher Sport (wie etwa Fußball) sind, ist das Ganze auch etwas komplizierter geregelt. Und: Trotz der unstrittigen Professionalisierung ist der eSport in Deutschland noch nicht als Sport im Sinne des geltenden Rechts anerkannt worden.

Die wichtigen internationalen Ligen in Übersicht:
  • The International – Dota 2. Die bekannteste Liga mit Preisgeldern im zweistelligen Millionenbereich.
  • League of Legends Championship Series.
  • Blizzard – Overwatch League.
  • ELEAGUE – Counter Strike: Global Offensive.
  • ESL Pro Leagues – Overwatch, Rocket League, CS:GO.

Neben den Ligen, die ja immer an einen kommerziellen Anbieter gebunden sind, gab und gibt es Vorstöße, mit Verbandsarbeit für mehr Anerkennung und Professionalität zu sorgen. Der deutsche ESBD (eSport-Bund Deutschland) gehört dazu und veranstaltet mit der DeSBL die eigene Vereinsliga in den Games „Counter Strike: Global Offensive“ und „League of Legends“.

Um an den Ligen teilzunehmen, müssen Spieler zu Teams gehören. Es gibt, wie im klassischen Sport auch, Amateur- und Profi-Teams. Deutsche Profi-Teams des ESBD sind z. B. ad hoc gaming, Alternate Attax, BIG, BLUEJAYS, Euronics Gaming, H2K, Final Gaming, Fraport Skyliners, Sprout, Planetkey Dynamics, Playing Ducks, Unicorns of Love, WAR – Wind and Rain und Wise Wizards.

beyerdynamic blog Tipp

Für einen direkten Einblick in die Welt des Pro-Gamings empfehlen wir dir unser Interview mit ad hoc gaming.

Berufsaussichten, Vorteile und Nachteile der eSport-Karriere

Von Berufsaussichten zu sprechen, ist momentan noch relativ schwierig: Niemand weiß, wie sich die sehr dynamische Szene weiterentwickelt. Und natürlich ist die eSport-Industrie dazu recht schnelllebig und bietet selbst erfolgreichen Profis kaum andere Jobmöglichkeiten – außer ggf. als Trainer oder Manager eines eSport-Teams weiterzumachen.

Die Vorteile:
  • Hobby als Beruf
  • Attraktive Preisgelder
  • Recht einfacher Einstieg
Die Nachteile:
  • Lange Arbeitstage
  • Kurze Karrierezeit
  • Kaum relevante Berufserfahrung außerhalb der Branche
beyerdynamic blog Tipp

Studieren oder klassisch lernen kann man Pro-Gaming noch nicht, für eSport-Management gibt es aber bereits Studiengänge.

Die Voraussetzungen: Talent und Einsatz

Jeden Tag zocken, bestes Equipment, tolle Bezahlung, Fame auf Social Media – so in etwa sieht der Traum von einer eSport-Karriere aus. 

Aber das ist natürlich nur den Top-Vertretern der neuen Zunft vorbehalten. Angefangen wird klein und mit ziemlich viel Aufwand. Der Job als Pro-Gamer ist härter, als viele glauben.

Zu den vielen, vielen Stunden des täglichen Trainings kommen Analysen der Spielstrategien, Teambesprechungen und auch die Pflege deiner Social-Media-Accounts oder dein Einsatz für die Sponsoren dazu. Die Teilnahme an wichtigen Turnieren setzt auch Reisen voraus. Täusche dich da also nicht – es geht um weit mehr als nur ums Zocken.

Diese Fähigkeiten solltest du unbedingt mitbringen:
  • Gute Reaktionsfähigkeit
  • Analytisches Denken
  • Disziplin und Belastbarkeit
  • Technikverständnis und Kommunikationsstärke

Vor allem der letzte Punkt ist wichtiger, als du vielleicht glaubst. Wer schon einmal in einem MMO unterwegs war, kennt die üblichen Debakel nach einem verlorenen Match oder Bosskampf. Woran lag es? Nicht genug Schaden, schlecht getankt oder mies geheilt? An einem selbst lag es sicher nie. Diese Denke muss ein Pro-Gamer ganz schnell ablegen. Nur eine starke Team-Mentalität und die Bereitschaft, zu lernen und sich stetig zu verbessern, bringen dich voran.

Es ist auch wichtig, dass du ein eSport-Game aussuchst, das du idealerweise schon als Hobby gezockt hast. Dann kennst du es ja in allen Details und hast bereits das notwendige Equipment, was dir als Pro-Gamer zum Vorteil gereichen wird.

Apropos Equipment.

Besser werden: Vom Headset zum Stuhl, dein Gaming-Equipment als eSportler

Wie im „richtigen“ Offline-Sport, also IRL (du weißt schon), spielt auch im Pro-Gaming das Equipment eine wichtige Rolle. Ein unbequemer Stuhl, flacher Sound aus dem Gaming-Kopfhörer, Ablenkungen aus der Umgebung – schon ist das Match gelaufen

Neben dem eigentlichen Device (PC, Konsole) brauchst du daher eine sehr leistungsfähige Internetleitung und das für dich optimale Gaming-Equipment.

Mit der richtigen Kombination aus Maus und Tastatur hast du die für dich optimale Kontrolle und das ideale Druckgefühl, ohne zu schnell zu ermüden. Um alle Details des Games zu erkennen und flüssig reagieren zu können, brauchst du einen entsprechend großen guten Monitor. Da du als eSportler stundenlang sitzen wirst, muss dein Stuhl für Entlastung und eine gute Haltung sorgen. 

Und weil der saubere Klang und die Soundeffekte im Game absolut spielentscheidend sind, ist auch der richtige Gaming-Kopfhörer absolut vital.

Während tägliche Trainings deine Zielgenauigkeit, deine Reaktionszeit usw. verbessern und deine Strategieanpassungen fürs Vorankommen des Teams sorgen, kannst du mit dem richtigen Equipment weitere Vorteile rausschlagen, die dein Spiel verbessern können.

Erfolgreich im Pro-Gaming: Strategie oder Glück?

Ist es das eine Quäntchen Glück, das durchschnittlich erfolgreiche Pro-Gamer von den Stars der Branche unterscheidet? Jein. 

Natürlich ist es essenziell für den Erfolg, dass du das richtige Game und das richtige Profi-Team „erwischst“, wo du wachsen und lernen und gewinnen kannst. Aber wie bei jedem Sport, ist auch eine strategische Überlegung am Anfang wichtig: Was kann ich besonders gut? Was genau will ich erreichen? Wie sind meine Chancen und was kann ich aus den Fehlern anderer lernen? 

Und wie bei jedem Publikumssport auch, setzen viele eSportler auf eine starke Präsenz auf YouTube, Twitch und Co. Denn mit einer Fangemeinde kommen auch oft die Sponsoren.

Um es also einmal kurz zusammenzufassen: eSportler zu sein, kann dir viel Spaß und tolle Erfahrungen bringen. Der Einstieg bedeutet natürlich einigen Aufwand, aber wenn du die Hürde schaffst, zumindest einem Amateur-Team beizutreten, kannst du so recht bald herausfinden, ob Pro-Gamer eine Karriere für dich sein könnte. Wir wünschen dir auf jeden Fall viel Erfolg dabei!

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