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GUTER TON AUF TWITCH UND CO.

TIPPS FÜR GUTE AUDIOQUALITÄT BEIM STREAMING

Live-Streaming hat vor allem in 2020 mehr Kreative angezogen. Während das für Gamerinnen und Gamer seit Jahren dazugehört, sind nun verstärkt auch Musikerinnen und Musiker auf dem Vormarsch. Da die meisten Menschen die Streams nebenher laufen lassen, hat vor allem die Audioqualität einen immensen Einfluss auf deinen Streaming-Erfolg. In unserem ultimativen Guide erfährst du, wie du den perfekten Ton triffst – mit Tipps von Technik bis Sitzposition.

ERFOLGREICH ALS STREAMER – WARUM DEINE AUDIO-KOMMUNIKATION KRITISCH IST

Theoretisch ist Streaming keine schwierige Aufgabe: Du legst dir einen Account an und eine stabile Internetleitung zu, schaltest die Technik ein, und los gehts. Praktisch allerdings hat allein Twitch weit über 7 Millionen Channel – um da aufzufallen und erfolgreich zu werden (zu sein oder zu bleiben), musst du inzwischen einiges beachten.

Neben eines stimmigen, unterhaltsamen Konzeptes und einer Wachstumsstrategie für deinen Channel brauchst du auf jeden Fall das passende Equipment für Video und Audio.

Und klar, eine gute Videoqualität ist sehr wichtig. Deine Mikrofonwahl solltest du allerdings auf keinen Fall dem Zufall überlassen. Man weiß inzwischen aus der Praxis, dass das Publikum eher gewillt ist, dem Streamer visuelle Aussetzer zu „verzeihen“, als schlechten, kratzenden, flachen oder insgesamt unsauberen, unnatürlichen Ton. 

Gaming-Streamer Kommunikation

Das liegt zum einen daran, dass die meisten Menschen Streams nebenher laufen lassen, als Unterhaltung. Visuelle Störungen gehen also auch mal unter. Jede Störung in der Tonspur hingegen reißt deine Zuhörer aus ihrem Erlebnis.

Zum anderen liegt es daran, dass die Stimme für die zwischenmenschliche Kommunikation unglaublich wichtig ist. Wir lesen Stimmungen in feinsten Nuancen von der Stimme ab – Humor oder Ärger, Empathie oder Sarkasmus. Unsere Stimmen sind unsere zuverlässigen „Instrumente“, daher empfinden wir eine schlechte Tonspur als sehr unangenehm.

Somit ist klar: Der Hauptanteil deiner Kommunikation als Streamerin oder Streamer erfolgt über deine Stimme. Und erst recht ist Audio wichtig, wenn du deine Musik streamen willst.

DAS RICHTIGE STREAMING-MIKROFON FINDEN

Lass uns als Erstes die verschiedenen Mikrofon-Typen und ihre Charakteristika anschauen.

Eines vorab: Es gibt hierbei kein „richtig“ oder „falsch“. Es gibt einfach eine Vielzahl an Mikros, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden und somit für bestimmte Szenarien besser oder schlechter geeignet sind. Gerade im Bereich Gaming streamen viele mit ihren Headsets mit integrierten Mikrofonen. Die nachfolgenden beiden Charakteristika beziehen sich auf Tisch- wie Headsetmikros.

TECHNOLOGIE

Grundsätzlich unterscheiden sich die Mikrofone nach ihrer Arbeitsweise in dynamische Mikrofone und Kondensatormikrofone. Dynamische Mikrofone bieten einen von der Klangfärbung wärmeren, aber weniger exakten Sound, Kondensatormikrofone liefern definierten Klang, vor allem in den Höhen. Bei der Musik kommt es also entscheidend darauf an, welche Art Musik du machst.

ANSCHLUSS 

Auch beim Anschluss gibt es zwei Optionen: USB oder XLR. Ein USB-Mikrofon hat den Vorteil, dass du kein Interface oder Mischpult benötigst – plug and play sozusagen. Daher eignet sich ein USB-Mikrofon vor allem für Einsteigerinnen und Einsteiger. XLR-Mikrofone verlangen nach einem Interface oder Mischpult und in einigen Fällen eine Phantomspeisung.

ART DES MIKROFONS

Nun gibt es aber auch unterschiedliche Arten von Mikrofonen, die für Streamer in Frage kommen: Tischmikros, Headsetmikros und Lavaliers. Während sich Tischmikros und Headsetmikros selbst erklären, sind die Lavaliers ohne entsprechende Vorkenntnisse nicht unbedingt bei allen bekannt.

Ein Lavalier ist ein kompaktes Kondensatormikrofon, das sehr empfindlich und sehr sauber aufzeichnet (also auch jedes Knacken und Rascheln von Kleidung und Schmuck) und am Körper getragen wird. Lavaliers werden daher auch als Ansteckmikrofone bezeichnet.

Welche Art Mikro du auswählst, ein Gaming Headset wie das MMX 300, das CUSTOM Game oder aber ein von Audioprofis perfekt aufeinander abgestimmtes Duo aus Tischmikrofon und Kopfhörer wie beispielsweise das Team TYGR oder CREATOR 24 Bundle, liegt schlussendlich daran, was und wie du streamen möchtest. Wer nicht viel Erfahrung mit Aufnahmen hat, ist mit einer Kombi auf jeden Fall gut beraten.

Für Musikstreams bieten sich bei der Kombi aus Tischmikro und Kopfhörer natürlich vor allem Geräte in Studioqualität an, wie das CREATOR PRO BundleWer zum Gaming ein Headset braucht, kann in unserem Gaming-Ratgeber fündig werden.

RICHTCHARAKTERISTIK

Unter der Richtcharakteristik eines Mikrofons versteht man den Winkel der empfangenen Wellen. Dieser kann sehr weit sein – dann nimmt das Mikro (fast) alles um sich herum auf. Ist der Winkel sehr schmal, kannst du das Mikro auf eine Soundquelle ausrichten und somit die Umgebungsgeräusche ausfiltern. 

Nach ihrer Form werden diese Winkel beispielsweise „Keule“ für die schmalen Winkel oder „Niere“ und „Superniere“ für die weiten und sehr weiten Winkel genannt. Für ein Lavalier wie auch jedes Richtmikrofon beispielsweise bietet sich die „Keule“ an, während ein Tischmikrofon mit einer „Acht“ ideal für Zwiegespräche wäre. 

beyerdynamic blog Tipp

Extra-Tipp für Musik-Streams: Bei unserem FOX-Tischmikrofon kannst du zwischen den Richtungen umschalten, um etwa bei einer Musikaufnahme mehr auf Gesang oder mehr auf den räumlichen Klang der Instrumente direkt bei der Aufnahme zu gehen.

SET-UP UND STATIV

Der Vollständigkeit halber sei noch Folgendes erwähnt: Um dein Mikro perfekt auf deine spezielle Übertragungsart abzustimmen, können auch Stative, Mikrofonarme oder sogenannte Spinnen zum Einsatz kommen. Damit steuerst du die Aufnahmerichtung und optimierst den Klang.

VIER TIPPS ZUM UMGANG MIT DEINER STIMME

Dein Mikrofon hat meist verschiedene Einstellungen für Lautstärke, Frequenzbereiche u. v. m., um die optimale Klangqualität zu erreichen. Probiere daher vor dem ersten Stream, welche Entfernung zum Mikro und welche Einstellungen deine Stimme am besten klingen lassen.

Sogenannte Plosivlaute (k, p, t) und Zischlaute (s, z) klingen in vielen Aufnahmen unangenehm. Vor allem ein sensibles Streaming-Mikrofon oder aber ein Richtmikrofon können dafür sorgen, dass diese Geräusche noch stärker auffallen. Wenn dir diese Laute in deinen Aufnahmen also unangenehm auffallen, können zwei Dinge helfen. Das eine wäre, dass du ganz leicht an deinem Mikrofon vorbei sprichst oder mit etwas Abstand arbeitest. Das andere ist der sogenannte Popschutz oder Windschutz. Das sind weiche Mikrofonhüllen aus Schaumstoff, die die Störgeräusche herausfiltern.

Gut, den Sängerinnen und Sängern werden wir an dieser Stelle vermutlich nichts Neues erzählen, aber für Gaming-Streamer kann das sehr hilfreich sein. Wenn du im Sitzen sprichst, passiert es von alleine, dass dein Zwerchfell zusammengedrückt wird. Dadurch holst du nicht mehr so tief Luft und deine Stimme hat weniger Kraft. Im Stehen wird der Klang deiner Stimme besser, aber es sollte schon helfen, möglichst gerade zu sitzen. Achte also darauf, deinen Atem zu verbessern und vor der Aufnahme Lockerungsübungen, auch für die Mund- und Kieferpartie und deine Schultern zu machen. Denn: Dein Körper ist dein Resonanzraum. Mach einige Summlaute, um deine Stimmbänder „aufzuwärmen“.

Und natürlich kann sich auch eine kleine Investition in ein professionelles Stimmtraining lohnen. Da lernst du nämlich nicht nur, das Beste aus deiner Stimme rauszuholen, sondern sie auch zu schonen. Dein Publikum wird den Unterschied auf jeden Fall bemerken.

DEN SOUND ZUSÄTZLICH VERBESSERN: SO GEHTS

Auch mit technischen Mitteln kannst du den Klang verbessern: sowohl bei der Aufnahme selbst als auch in der Nachbearbeitung. Mit einem Equalizer (abgekürzt EQ) kannst du die Aufnahmen entzerren und bereinigen. Mit einem Mischpult (Mixer) steuerst du die Einstellungen. 

Wenn du beim Streamen verschiedene Sprecher an Bord hast, empfehlen sich auch sogenannte Channelstrips, die es sowohl als Hardware und als Software gibt – um für gleichmäßigen Klang und eine kontrolliert gleichbleibende Lautstärke zu sorgen.

Wenn du den Raum, in dem du aufnimmst, klangoptimieren willst, hast du mit einem sogenannten Reflexion-Filter die Möglichkeit, den Raum hinter deinem Mikro audiotechnisch unsichtbar bzw. fast unhörbar zu machen.

beyerdynamic blog Tipp

P.S. Wenn du als Gaming-Streamer unterwegs bist, kennst du schon Immerse? Damit kannst du den Spielklang so boosten, dass du nicht nur einen Rundumklang erreichst, sondern auch entscheidende strategische Vorteile beim Spielen hast. Das kommt auch in deinem Stream gut an! Und hier gehts zum kostenlosen Test.

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