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Einfach erklärt: Technische Daten von Mikrofonen

Technische Daten müssen nicht immer ein Geheimnis bleiben. Im Folgenden erklären wir dir einige Begrifflichkeiten, die dir bei deiner Recherche oder beim Kauf von Mikrofonen begegnen werden:

Richtcharakteristik

Die Richtcharakteristik ist die bevorzugte Aufnahmerichtung eines Mikrofons. Gemäß der Form auf dem entsprechenden Messschrieb gibt es Kugel-, Nieren-, Super- oder Hyperniere- wie auch Achtercharakteristiken. Weitere detailliertere Informationen zu Richtcharakteristiken findest du hier.

Arbeitsprinzip

Hier wird die akustische Bauform des Gehäuses beschrieben; bei Kopfhörern ist dies beispielsweise geschlossen oder offen. Bei Mikrofonen hat die akustische Bauform Auswirkungen auf die Richtwirkung, deshalb wird hier die akustische Arbeitsweise beschrieben: entweder Druckempfänger (bei geschlossener Bauweise) oder Druckgradientenempfänger (für alle richtenden Mikrofone).

Technische Daten Mikrofone geschlossenes Arbeitsprinzip
Mikrofon technische Daten rückseitig geschlossene Bauweise
Wandlerprinzip

Ein Wandlersystem kann als dynamisches Tauchspulen- oder Bändchenmikrofon oder als Kondensatormikrofon aufgebaut sein. Die verschiedenen Arbeitsweisen von Mikrofonen werden ausführlich hier erklärt.

Übertragungsbereich

Unter diesem Bereich versteht man die vom Mikrofon übertragenen Frequenzen von tiefen bis hin zu extrem hohen Tönen, also von niedrigen bis hin zu hohen Frequenzen.

Mikrofon Übertragungsbereich
Grenzschalldruckpegel bei 1 kHz:

Diese Angabe beschreibt, in wie weit das Mikrofon für hohe Lautstärken geeignet ist. Je höher der Wert ist, umso größere Schalldruckpegel kann das Mikrofon verzerrungsarm verarbeiten. Bei beyerdynamic Mikrofonen wird standardmäßig derjenige Schalldruckpegel angegeben, bei dem die Verzerrungen bei 1 kHz  1 % erreichen. Bei hochwertigen dynamischen Mikrofonen wird üblicherweise kein Wert angegeben, weil dieser sehr hoch liegt (> 145 dB SPL) und deshalb nicht genau messbar ist.

(dB SPL = Decibel Sound Pressure Level)

Freifeldleerlaufübertragungsfaktor

Diese Angabe informiert über die „Lautstärke“ des Mikrofons. Weitere geläufige Bezeichnungen sind Empfindlichkeit oder Sensitivity. Der Wert wird entweder in mV/Pa oder dBV/Pa angegeben. Ein Mikrofon mit einer Empfindlichkeit von zum Beispiel -40 dBV (entsprechend 10 mV/Pa) erzeugt bei gleichem Schalldruckpegel ein größeres elektrisches Ausgangssignal als ein Mikrofon mit beispielsweise nur -60 dBV (entsprechend 1 mV/Pa).

(mV/Pa = millivolts per pascal; dBV/Pa = voltage level per pascal)

Nennimpedanz

Die Nennimpedanz beschreibt den elektrischen Abschlusswiderstand eines Mikrofons, welcher häufig frequenzabhängig ist. Dieser Wert gibt die Impedanz des mittleren Frequenzbereichs um 1 kHz an.

Nennabschlussimpedanz

Unter der Nennabschlussimpedanz versteht man den empfohlenen elektrischen Mindesteingangswiderstand des Gerätes, mit dem das Mikrofon verbunden wird (Mikrofonvorverstärker, Mischpult etc.). Es ist mit Klangeinbußen zu rechnen, wenn die empfohlene Lastimpedanz unterschritten wird. Ist keine empfohlene Nennabschlussimpedanz angegeben, ist die 5-fache Nennimpedanz ein guter Schätzwert.

Geräuschspannungsabstand

Dieser Wert gibt Aufschluss über das Eigenrauschen eines Mikrofons. Es wird der Abstand zwischen dem Rauschwert und der Empfindlichkeit angegeben (sozusagen der akustische SNR), deswegen ist ein hoher Wert besser als ein niedriger Wert. Bei beyerdynamic wird dieser Wert standardmäßig durch CCIR-Bewertung und Q-Peak-Mittelung ermittelt.

(SNR = signal to noise ratio)

Äquivalentschalldruckpegel der Eigenstörspannung

Dieser Wert gibt ebenfalls Aufschluss über das Eigenrauschen eines Mikrofons, wobei ein niedriger Wert als optimaler angesehen wird. Bei beyerdynamic wird dieser Wert standardmäßig durch A-Bewertung und RMS-Mittelung ermittelt.

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