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Close Miking

Wenn die Hauptmikrofonierung des Schlagzeugs steht, kann man sich daran machen, einzelne Teile des Sets zusätzlich abzunehmen, um den Klang zielgerichtet formen zu können. Dabei sind beim Close-Miking, also der Abnahme von Schlaginstrumenten in unmittelbarer Nähe, zusätzliche Punkte zu beachten. Besonders wichtig ist es, dass der Schlagzeuger nicht beim Spielen behindert wird. Manche Drummer sind unkompliziert und bieten an, bei einem problematischen Aufbau einfach „um das Mikrofon herum“ zu spielen. Aber selbst wenn sie das können, wird die Performance darunter leiden, weil der Musiker sich nicht ganz auf seinen Ausdruck konzentrieren kann. Darum sollten die Mikrofone immer so unaufdringlich wie möglich positioniert werden.

Für die Abnahme eines ganzen Sets bietet es sich außerdem an, auf komplette Mikrofonsets wie das beyerdynamic TG Drum Set zurückzugreifen. Diese Sets bestehen aus aufeinander abgestimmten Mikrofonen, die gemeinsam eine hervorragende Abbildung des gesamten Schlagzeugs ermöglichen. 

Was bei Trommeln zu beachten ist

Grundsätzlich unterscheidet man beim typischen Schlagzeug zwei Klassen von Elementen: Trommeln und Blech. Das Blech, also Hi-Hat und Becken, werden größtenteils von den Overheads abgedeckt und sind vergleichsweise pflegeleicht. Wenn die Becken unbeschädigt und vernünftig aufgehängt sind, klappt es auch mit dem Sound – lediglich auf einen Mindestabstand der Mikrofone ist unbedingt zu achten.

 Die Trommeln benötigen etwas mehr Liebe. Zunächst müssen die Felle regelmäßig gewechselt werden. Alte Felle klingen flach, dumpf und leblos. Außerdem müssen sie gestimmt werden! Die Spannringe halten das Fell nicht nur auf dem Kessel fest, sie können auch das Fell an verschiedenen Punkten unterschiedlich stark spannen und damit das Fell stimmen. Nur eine gut gestimmte Trommel kann ihr Potenzial entfalten.

Schub und Druck im Frequenzkeller: Bassdrum

In moderner Rock- und Popmusik wird der Rhythmus meistens hauptsächlich durch Bassdrum und Snaredrum bestimmt. Entsprechend groß ist die Bedeutung dieser beiden Schlagzeug-Elemente für einen Song.

Für die Abnahme der Bassdrum greift man gerne auf ein Grenzflächenmikrofon wie das TG D71 zurück. Das Mikrofon kann einfach durch das Loch im Resonanzfell in den Kessel der Trommel gelegt werden und fängt dort ein sehr weitreichendes Signal ein. Der Klang lässt sich noch formen, indem man mit der Position des TG D71 experimentiert – näher am Schlagfell werden oft die Anschlagsgeräusche etwas stärker betont, näher am Resonanzfell wird der Ton ein wenig bauchiger und runder.

beyerdynamic bassdrum
beyerdynamic bassdrum

Für die Abnahme der Bassdrum greift man gerne auf ein Grenzflächenmikrofon wie das TG D71 zurück. Das Mikrofon kann einfach durch das Loch im Resonanzfell in den Kessel der Trommel gelegt werden und fängt dort ein sehr weitreichendes Signal ein. Der Klang lässt sich noch formen, indem man mit der Position des TG D71 experimentiert – näher am Schlagfell werden oft die Anschlagsgeräusche etwas stärker betont, näher am Resonanzfell wird der Ton ein wenig bauchiger und runder.

Ein Tipp, der grundsätzlich für die Mikrofonierung beim Schlagzeug gilt, der aber ganz besonders für die Bassdrum zu beherzigen ist: Trage einen Gehörschutz bei der Mikrofonierung. Schlagzeug ist ein ungeheuer lautes Instrument, und wenn man sich direkt am Resonanzloch bewegt, bekommt man den ganzen Luftdruck der großen Trommel ab. Ein Gehörschutz sowie ein geschlossener Kopfhörer wie der DT 770 PRO oder der DT 240 PRO helfen dabei, dass du das Klangergebnis auch noch genießen kannst.

Snaredrum

Für die Snaredrum greift man gerne auf ein dynamisches Mikrofon wie das beyerdynamic M 201 TG zurück. Bei der Ausrichtung ist darauf zu achten, dass das Fell in der Mitte verstärkt den Grundton abgibt, während zum Rand hin vor allem Obertöne abgestrahlt werden. Damit lässt sich mit der Richtung der Mikrofonkapsel bestimmen, wie der Klangcharakter eingefangen werden soll.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das sogenannte Übersprechen, also die Aufnahme eines Signals über das Mikrofon für ein anderes Element. Bei der Snare wird zum Beispiel oft auch sehr stark die Hi-Hat mit abgebildet. Um das zu beschränken, nutzt man Mikrofone mit einer ausgeprägten Richtcharakteristik und positioniert diese so, dass das entsprechende Element so gut wie möglich ausgeblendet wird. Das M 201 TG verfügt über eine Hypernieren-Charakteristik, wodurch es sich optimal zwischen Hi-Hat und Snare platzieren lässt und trotzdem nur minimale Anteile der Hi-Hat einfängt.

Oft wird die Snare auch zusätzlich von unten aufgenommen, um das Obertonspektrum des Teppichs noch besser nutzen zu können. Ein zweites M 201 TG oder auch ein Kondensator-Mikrofon wie das TG I53 eignen sich dafür wunderbar – zu beachten ist lediglich, dass der Grenzschalldruck des Mikrofons ein lautes Signal wie das einer Snaredrum verarbeiten kann.

Tipp: Da die beiden Mikrofone an der Snare den Sound genau entgegengesetzt aufnehmen, muss üblicherweise die Polarität eines der beiden Signale umgekehrt werden.

Clip-Mics für mehr Komfort an den Toms

Bei der Abnahme von Toms greift man gerne auf sogenannte Clip-Mics zurück, also kompakte Mikrofone, die sich am Spannring festklemmen lassen. Im Gegensatz zur traditionellen Aufstellung mit Stativ spart dieser Aufbau Platz und Aufwand und ermöglicht eine bequeme Positionierung der Kapsel, ohne den Musiker zu behindern. Mikrofone wie das TG D57 und TG D58 lassen sich mit ihrer ultrakompakten Form besonders unkompliziert anbringen und einrichten. Zusätzliche Flexibilität erhält man mit dem TG D35 Triple Set, da das TG D35 bei Bedarf auch wieder auf einem normalen Stativ montiert werden kann.

Abschließend sei gesagt, dass alle Aufstellungstipps und Hinweise vor allem Startpunkte markieren. Am besten probierst du selbst aus, wie du die Schlagzeugmikrofone so positionieren kannst, dass du den für dich und deine Anwendung genau richtigen Klang erzielst. Viel Spaß!

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