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Die Wahl des geeigneten Frequenzbereichs

Wir haben uns bereits in einem früheren Blogpost mit den wissenswerten Themen rund um Funkmikrofone auseinandergesetzt. Ein wichtiger Punkt war dabei die Zulässigkeit der Drahtlossysteme. Funkfrequenzen sind besonders bei Musikern und Veranstaltungstechnikern immer wieder ein Thema, das für Diskussionen und Unklarheiten sorgt. In diesem Beitrag wollen wir erklären, welche Frequenzbänder es gibt und in welchen davon mit Drahtlossystemen von beyerdynamic gearbeitet werden kann.

WAS VERSTEHT MAN UNTER „FREQUENZBEREICH“?

Frequenzbereiche werden jeweils durch eine untere und eine obere Frequenz bestimmt. Ein zusammenhängender Frequenzbereich entspricht immer einem Spektrum zur Kommunikation verwendeter elektromagnetischer Wellen.

Anmeldefreie und anmeldepflichtige Bereiche

Für die Nutzung von Drahtlossystemen und die Übertragung von Signalen via Funk gelten Gesetze und Regeln, die in Deutschland von der Bundesnetzagentur verabschiedet werden. Für die Nutzung der verschiedenen Frequenzbereiche können außerdem Gebühren anfallen, weshalb es sich immer lohnt, die Gegebenheiten im Vorhinein zu betrachten. Ebenso muss zwischen privater und professioneller Nutzung unterschieden werden, nicht jeder Bereich ist für alle Benutzer freigegeben. Drahtlossystemen dürfen außerdem keine Störungen bei Anwendungen primärer Funkdienste verursachen. Ein primärer Funkdienst ist im UHF-Bereich 470 – 694 MHz ist zum Beispiel DVB-T.

beyerdynamic-Drahtlossysteme

Die folgenden Frequenzbereiche werden nun näher betrachtet, da sie für beyerdynamic-Systeme in Frage kommen (Stand, Juni 2020):

Dieser Frequenzbereich eignet sich für private Anwender und unterliegt einer Allgemeinzuteilung für drahtlose PMSE-Audioausrüstungen (Vfg 2/2015 der Bundesnetzagentur).

Es handelt sich um einen nur schmalen Bereich, jedoch sind gute Ausbreitungsbedingungen für die Funkwellen, bei gleichzeitig kompakt verbauten Antennen in Sendern und Empfängern, gegeben. Daher ist dieser Bereich gut geeignet für den zuverlässigen Betrieb weniger Kanäle. Teilweise ist in den Randbereichen mit Beeinträchtigungen durch LTE zu rechnen.

Dieser Frequenzbereich eignet sich ebenfalls für private Anwender und unterliegt einer Allgemeinzuteilung für drahtlose PMSE-Audioausrüstungen (Vfg 3/2015  der Bundesnetzagentur).

Dieser Frequenzbereich bietet eine Alternative zu 2,4 GHz-Systemen und eignet sich für einen Einsatz über kürzere Distanzen, wenn beispielweise der Empfänger direkt am Bühnenrand steht.

Dieser Frequenzbereich ist für professionelle Anwender reserviert und unterliegt einer Allgemeinzuteilung für drahtlose PMSE-Audioausrüstungen (Vfg 34/2020  der Bundesnetzagentur).

Die seit April 2020 geltende Allgemeinzuteilung erlaubt den Betrieb von Funkmikrofonen ohne die zuvor nötige, gebührenpflichtige Anmeldung. Die Nutzung bleibt aber professionellen Anwendern vorbehalten.

Dieser Frequenzbereich bietet sehr gute Ausbreitungsbedingungen und erlaubt den zuverlässigen und gleichzeitigen Betrieb vieler Kanäle.

Dieser Frequenzbereich ist ebenfalls für professionelle Anwender reserviert und unterliegt einer gebührenpflichtigen Einzelzuteilung für drahtlose Mikrofone (VVnöemL der Bundesnetzagentur).

Dieser Frequenzbereich war ehemals Teil des großen UHF-Bereiches, ist aber im Zuge der Digitalen Dividende I & II für die primäre Nutzung durch LTE vergeben worden.

Neben der gebührenpflichtigen Anmeldung gibt es noch weitere frequenzabhängige Einschränkungen, sodass wir diesen Bereich für neue Systeme nicht mehr empfehlen.

Die Einzelzuteilung ist bei der Bundesnetzagentur zu beantragen. Das entsprechende Antragsformular ist hier verfügbar.

Eine moderne und zukunftssichere Übertragungsplattform bietet der DECT-Standard. Dieser ermöglicht einen Betrieb ohne Zulassung und Lizenzgebühr. In Europa umfasst DECT den Frequenzbereich 1880 – 1900 MHz.

Der DECT-Standard regelt automatisch den gleichzeitigen Betrieb verschiedener Geräte, auch wenn es sich um unterschiedliche Typen von verschiedenen Herstellern handelt. Man nennt dies automatisches Störungs- oder Frequenzmanagement.

Bedingt durch die DECT-Technologie ergibt sich allerdings eine etwas höhere Latenz in der Audioübertragung. Für Anwendungen, bei denen ein Echtzeit-Monitoring auf der Bühne erforderlich ist (z.B. bei Live-Konzerten), empfehlen wir daher nach wie vor „klassische“ Funkmikrofone in den oben genannten Frequenzbereichen.

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